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Schwerte: Baumfalken, Seidensänger, Rohrammern (Brutnachweis), Gelbspötter, Weißstorch Stichprobe und Schönbär u.a. am 29.06.2026 (A.Matull)

Nach der extremen Hitzeperiode der letzten Tage bot der heutige Tag endlich wieder die Möglichkeit, unter normalen Sommerbedingungen eine fußläufige Runde zu drehen.
​Im Schwerter „NSG Mühlenstrang“ kamen kurz hintereinander zwei Baumfalken überflogen. Zudem ließ sich neben einem Gelbspötter der Seidensänger im bekannten Gesangsrevier akustisch vernehmen. Aus eigener Erfahrung ist hierbei zu beachten, dass die Gesangsaktivität demnächst im Juli und über weite Teile des Augusts stark nachlassen oder komplett verstummen kann. Der Seidensänger ist dann jedoch nicht abgezogen, sondern wird möglicherweise erst ab Mitte bis Ende August wieder regelmäßig in abgeschwächter Form akustisch wahrnehmbar sein. Da Seidensänger grundsätzlich strikt an Wasserhabitate gebunden sind und dazu neigen, ihr Revier ganzjährig zu besetzen, stehen die Chancen für eine erfolgreiche Überwinterung an der Ruhr, die selbst bei strengen Winterbedingungen mit ihrer Fließgeschwindigkeit wohl niemals vollständig zufriert, denkbar günstig.
​Ein schöner Erfolg zeigte sich in einem Rohrammer-Revier, denn hier gelang ein sicherer Brutnachweis, da beide Altvögel intensiv Futter zum Brutplatz trugen.
​Der gewählte Rundweg erlaubte zudem eine kurze Stichprobe beim Weißstorchnachwuchs in den beiden Nestern am Mühlenstrang sowie am Wellenbad. Jungstörche waren in den letzten Tagen überall auf ihren exponierten Nestern durch die sengende Sonne ungeschützt außergewöhnlichen physischen Belastungen ausgesetzt. Am Mühlenstrang lagen beide Jungvögel heute sichtlich im Ruhemodus im Nest, während die zwei Jungen am Wellenbad bereits einen sehr fitten Eindruck machten und zeitnah flügge werden dürften.
​Bei den Schmetterlingen gelang, nach einer gefühlten Ewigkeit, am Wegesrand die Sichtung eines Schönbärs.

Auch das Storchennest auf der Kaminabdeckung am „Gutshof Wellenbad“ wirkte in den vergangenen Tagen unter der sengenden Sonne fast wie ein ungeschützter Grillteller, doch der Nachwuchs kann zumindest froh sein, dass die zusätzliche Heizung von unten im Sommer pausiert. (29.06.2026, Foto: Andre Matull)
Ein sicherer Brutnachweis für die Rohrammer im „NSG Mühlenstrang“, da beide Altvögel zeitgleich intensiv Futter zum Brutplatz tragen. (29.06.2026, Foto: Andre Matull)
Lange nicht gesehen: Ein Schönbär am Wegesrand – hier gut zu sehen ist die farbenprächtige Flügelunterseite dieses Nachtfalters, der auch tagaktiv ist. (29.06.2026, Foto: Andre Matull)
Im Ruhezustand zeigt der Schönbär seine kontrastreich gemusterte Flügeloberseite. (29.06.2026, Foto: Andre Matull)

Fröndenberg: Mauersegler rückläufig, Turteltauben, Schmetterlinge u.a., 28.06.2026 (B.Glüer)

Anders als bei Hartmut Peitsch in Bönen geben die Fröndenberger Mauersegler Anlass zur Sorge. Die aktuellen Hitzetage führen ja gerade bei Mauerseglern zu auffälligem und regem Treiben, so dass sie an den traditionellen Brutplätzen gut beobachtet werden können. Die genaue Zahl der jeweiligen Brutvögel ist dabei meist schwer zu ermitteln, weil an den pfeilschnellen Flugspielen über den Dächern sich oft auch Mauersegler aus anderen Kolonien beteiligen und unter ihnen alljährlich durchschnittlich 40% – 60% „Nichtbrüter“ sind.

Der Kirchturm der Fröndenberger Stiftskirche bietet seit vielen Jahren die Möglichkeit, vom Turminneren eine große Kolonie über dem Glockenraum mit ihren Brutpaaren und den zustande gebrachten Gelegen zu zählen. Seit mehreren Jahren sind im Turm leider zwei ungünstige Trends zu beobachten. Zum einen nimmt die Gesamtzahl von einst oft mehr als 20 Brutpaaren stetig ab (im vergangenen Jahr `25 gab es nur noch 11 erfolgreiche von 18 begonnenen Bruten). Zum anderen beginnen nur noch wenige Paare direkt nach der Ankunft im Brutgebiet auch mit dem Brutgeschäft. Stattdessen gab es in der Vergangenheit immer wieder Bruten, die erst in der zweiten Juni-Dekade oder sogar noch später begonnen worden sind. Auch in diesem Jahr konnten bei einer ersten Kontrolle im Turm am 06.06. lediglich 11 begonnene Bruten gefunden werden. Eine gestrige Nachkontrolle (27.06.) erfüllte nicht nur nicht die Hoffnung auf zusätzliche, später begonnene Bruten, sondern auch von den zuvor erfassten Bruten waren bis dato nur 5 (!) erfolgreich verlaufen. Über die Gründe für den besorgniserregenden Trend kann man nur spekulieren. Leider ist dabei nicht von einem regionalen Einzelphänomen auszugehen. Auch die alljährlich landesweite Zählung des NABU („Stunde der Gartenvögel“) ergab innerhalb eines Jahres für den Mauersegler einen Rückgang von 24%. Da sich im Falle der Fröndenberger „Kirchturmsegler“ das Nisthöhlenangebot nicht verändert hat, müssen andere Gründe (Insektenmangel, nasskalte Wetterlagen im Mai etc.?) für den Rückgang verantwortlich sein.

Immerhin kann ich wie Hartmut Peitsch von der seit Jahren bestehende Kolonie am eigenen Haus (Frdbg.-Hohenheide) Positives berichten: von 11 angebotenen Nisthöhlen sind 8 mit erfolgreichen Bruten besetzt. Sie werden jedoch frühestens in der zweiten Juli-Hälfte ausfliegen.

Vordergründig betrachtet vermitteln die von schrillen Rufen begleiteten Flugspiele der Mauersegler bei dem anhaltend sommerlichen Wetter den Eindruck, dass – wie in anderen Jahren – viele Brutpaare den Kirchturm der Fröndenberger Stiftskirche besiedeln …, 28.06.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
… die akrobatischen Flugmanöver lassen sich in der Regel problemlos aus nächster Nähe beobachten, denn als traditionelle Gebäudebrüter zeigen Mauersegler wenig Scheu vor Menschen …, 28.06.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
… im Nachgang zeigt sich bei der Fotobearbeitung auch schonmal Kurioses: eine Seglerlausfliege nutzt offenbar bei freiem Sitz am äußeren Gefieder in der Hitze den Hochgeschwindigkeitsflug zur Abkühlung …, 27.06.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
… die extreme Hitze der letzten Tage scheint auch den Seglern selbst einiges abzuverlangen. Anders als normalerweise fliegen sie oft mit hängenden Beinen und mehr oder wenig geöffnetem Schnabel…, 27.06.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
… hier kommt es offenbar zu einem „Wettflug“ mit einer Wespe (links oben im Bild), 27.06.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
Die Nachtigallen der Hemmerder Wiesen haben nach erfolgreichen Bruten (hier ein Altvogel mit Nachwuchs) das NSG größtenteils schon verlassen, 15.06.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
Vorsichtigen Optimismus gibt es weiterhin in zwei Turteltauben-Revieren südlich der Ruhr (MK). Insgesamt konnten 5 Exmpl ausgemacht werden, 20.06.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
Ebenfalls in „Nachbars Garten“ (HSK) dieser seltene Baumweißling (für mich Erstbeobachtung in NRW)…, 24.06.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
… diese Schönheit zeigt sich immerhin in heimischen Gefilden (Bausenhagener Schelk): ein frischer Großer Fuchs. Mit dem nötigen Glück könnte er es bis ins kommende Jahr (2027) schaffen, 23.06.2026 (Foto: Bernhard Glüer)

Bönen: Mauersegler u.a. 28.06.2026 (H. Peitsch)

„Unsere“ ersten Mauersegler sind in der Nacht zum Samstag ausgeflogen. Nachdem die Altvögel dieses Jahr recht früh – am 23.04. – in unsere Brutkästen zurückkehrten, haben sie in neun Wochen Jungvögel zum Ausfliegen gebracht. In weiteren Bruthöhlen wird noch gefüttert, die Jungen sind aber teilweise auch kurz vor dem Flüggewerden.

Dem Mauersegler-Jungvogel wird es bei 37 Grad Lufttemperatur sichtlich warm. Am Abend ist er ausgeflogen. 26.06.26 Foto: Hartmut Peitsch
Dem Mauersegler-Jungvogel wird es bei 37 Grad Lufttemperatur sichtlich warm. Am Abend ist er ausgeflogen. 26.06.26 Foto: Hartmut Peitsch
Vor dem Start in die Welt, diesjähriger Mauersegler. 26.06.26 Foto: Hartmut Peitsch
Vor dem Start in die Welt, diesjähriger Mauersegler. 26.06.26 Foto: Hartmut Peitsch
Mauersegler, 26.06.26 Foto: Hartmut Peitsch
Mauersegler, 26.06.26 Foto: Hartmut Peitsch
Sperber und Mauersegler, 26.06.26 Foto: Hartmut Peitsch
Sperber und Mauersegler, 26.06.26 Foto: Hartmut Peitsch
Wanderfalke, 26.06.26 Foto: Hartmut Peitsch
Wanderfalke, 26.06.26 Foto: Hartmut Peitsch

Kreis Unna/Hamm: Waldbaumläufer, Gartenbaumläufer, Misteldrossel, Mittelspecht, Gelbspötter, Grauschnäpper, Kernbeißer etc. und Landkärtchen, C-Falter, Admiral, Weißlinge sowie Kaisermantel am 23. und 24.06.2026 (C. Rethschulte)

Auf meiner Radtour durch den Unnaer Teil der Sandbochumer Heide/Bergkamen waren gestern folgende Vögel zu sehen und zu hören: Zilpzalp, Garten-, Mönch- und Dorngrasmücken, Goldammer, und Grünfink; auf Hammer Seite neben dieser Misteldrossel ein Mäusebussard, etliche Mehl- und Rauchschwalben, Wiesenschafstelzen, Buntspecht und Fitis /23.06.26, Foto: C. Rethschulte).
Auf meiner heutigen Wanderung in derSandbochumer Heide entlang des Beverbaches, beginnend an der Industriestaße in Bergkamen, endend an der Kerstheider Straße kann ich neben diesem Waldbaumläufer (Bestimmung mit Hilfe der Merlin- und Obsidentify-App) folgende Vögel hören und sehen: zwei Bunt- und Mittelspechte, mehrere Kleiber, eine Sumpf- und mehrere Schwanzmeisen, einen Grauschnäpper, ein bis zwei Kernbeißer, eine Singdrossel, Gartengras- und Mönchsgrasmücken, Rotkehlchen, Zaunkönige, Eichelhäher und mehrere Stieglitze sowie einen unbestimmten Bussard (24.06.26, Foto: C. Rethschulte).
Im Rahmen der Wanderung entlang des Beverbaches fallen zudem etliche Schmetterlinge auf: u.a. dieses Landkärtchen ….
…. hier mit geschlossenen Flügeln ….
… zwei Kaisermantel ….
…. zwei Admirale ….
…. ein C-Falter ….
…. sowie mehrere Grünader-Weißlinge und andere Weißlinge (24.06.26, Fotos. C. Rethschulte).

Beginnender Limikolenzug, Rückblick auf Gänsebruten der Kiebitzwiese 2026 in Fröndenberg, Ringelnatter-Paarung und Brutnachweis bei der Waldohreule in Schwerte, 22.06.2026 (K.&A.Matull)

Viele Vögel sind aktuell vollauf mit der Versorgung ihres Nachwuchses beschäftigt, dennoch hat bereits klammheimlich der Limikolenzug in Richtung Süden begonnen. Das zeigte sich auf der Kiebitzwiese in Fröndenberg am Sonntag (21.06.26) durch 3 rastende Waldwasserläufer. Zu den nächsten Abreisenden gehört der Kuckuck, welcher allerdings nach wie vor im westlichen Teil des Gebiets mit 3 Individuen (darunter 1 Weibchen der braunen Morphe) sehr aktiv ist. Diese vermeintlich ruhige Phase der Sommersonnenwende ist der ideale Zeitpunkt für einen Rückblick auf die letzten Wochen im westlichen Ruhrtal. Auf der Kiebitzwiese in Fröndenberg lässt sich eine Gänse Nachwuchs-Bilanz ziehen: 2 Kanadaganspaare führen aktuell 20 (12+8) noch nicht flugfähige Nachkommen. Bei dieser ungleichen Verteilung dürfte es sich um eine sogenannte „Crèche“ (eine biologische Kinderstube) handeln, bei der Gänseeltern den Nachwuchs anderer Paare adoptieren oder gemeinsam betreuen. Bei den Graugänsen sind es 4 Paare mit 17 (5+5+4+3) größtenteils bereits flugfähigen Jungvögeln, wobei lediglich die 3 jüngsten Nachzügler einer späten Familie noch flugunfähig sind. Hinzu kommt 1 Nilganspaar mit 7 flüggen Jungvögeln, die aber schon länger flugfähig sind. Ein neuer Brutrekord zeichnet sich zudem für das Gebiet bei den Weißstörchen ab, sofern die 7 (3+4) aktuell vital wirkenden Jungstörche aus den 2 Nestern plangemäß in den kommenden 2 bis 3 Wochen flügge werden.

Am Rande der Röllingwiese in Schwerte dokumentierte Martina Wünsch am 30. Mai eine Verpaarung von Ringelnattern. Bei mildem, wechselhaftem Wetter um 20 °C zeigte sich ein typisches „Paarungsknäuel.“ Da Ende Mai den biologischen Höhepunkt markiert, handelte es sich hierbei um eines der letzten Paarungsereignisse des Jahres – die sensible Phase ist damit für dieses Jahr abgeschlossen. Die Beobachtung unterstreicht zudem die Bedeutung von Ökotonen (strukturreichen Übergangszonen). Die Röllingwiese bietet mit ihren fließenden Übergängen von offenen Gewässern zu dichten Röhrichten, Hochstauden, Buschwerk und Waldrändern genau dieses lebenswichtige Strukturmosaik. Es bietet den Reptilien optimale Bedingungen zur Thermoregulation (Sonnensuche) und sichert warme, geschützte Eiablageplätze in organischem Material.

Im Schwerter Ruhrtal machten am 15. Juni zudem die charakteristischen Bettelrufe junger Waldohreulen auf sich aufmerksam. Insgesamt konnten 4 Ästlinge festgestellt werden. Die Jungvögel haben das Nest bereits verlassen und sind nun im dicht zugewachsenen Wald völlig unsichtbar auf weitläufiger Wanderschaft. Diese Entdeckung liefert einen wertvollen Bruterfolg für das großflächige Wald-Kulturland dieser Region. Das Gebiet bietet den Eulen wichtige, großflächige Brut- und Ruheplätze sowie ideale Jagdgründe in den angrenzenden offenen Wiesenstrukturen.

Auf der Röllingwiese in Schwerte zeigten sich diese Ringelnattern. Was hier noch ganz langsam begann … (30.05.2026, Foto: Martina Wünsch)
…. entwickelte sich zu einem dynamischen Paarungsknäuel aus mehreren Individien. 30.05.2026 (Foto: Martina Wünsch)
Bei der Paarung sind die Schlangen derart auf sich fokussiert, dass potenzielle Beute temporär keine Rolle spielt. Grünfrösche gelten als das Hauptnahrungsspektrum bei Ringelnattern. 30.05.2026 (Foto: Martina Wünsch)
Am 15.06.2026 erregte frühmorgens der Bettelruf einer Waldohreule in Schwerte die Aufmerksamkeit. 15.06.2026 (Tonaufnahme: Andre Matull)
Kurz darauf konnten alle jungen Waldohreulen entdeckt werden. 15.06.2026 (Fotos: K.&A.Matull)
Gut getarnt kletterten die Ästlinge bereits selbstständig im Geäst herum und erkundeten aufmerksam ihre Umgebung. 15.06.2026, (Foto: Klaus Matull)
Kleine Kletterpanne und dabei kann man im dichten Geäst auch mal abrutschen. Dieser Ästling konnte sich jedoch geschickt am Stamm abfangen und seinen Weg anschließend problemlos fortsetzen. 15.06.2026 (Foto: Klaus Matull)
Bei der spielerischen Erkundung ihrer Umgebung untersuchen die neugierigen Jungvögel auch verschiedene Texturen wie die Rinde kleiner Äste ganz genau. 15.06.2026, (Foto: Klaus Matull)
Einer der beiden Altvögel ruht in unmittelbarer Nähe des Geschehens. Das entspannt aufgeplusterte Gefieder und die angelegten Federohren des Altvogels zeigen deutlich den ungestörten Ruhemodus in sicherer Distanz zum Beobachtungsort. (15.06.2026, Foto: Klaus Matull)

Kreis Unna, Hamm, Kreis Soest: Schwarzmilan, Sperber, Wanderfalke, Turmfalke, Neuntöter, Grauschnäpper, Goldammer, Bachstelze etc. vom 17. – 21.06.2026 (C. Rethschulte)

Im Bereich des LSG Kerstheide/Hamm am 17.06.26 neben diesem männlichen Neuntöter ….
…. und dieser männlichen Goldammer auch zwei Bluthänflinge, mehrere Stieglitze, eine Mönchs- und eine Gartengrasmücke (17.06.26, Fotos: C. Rethschulte).
Zwei Tage später im Raum Bergkamen/Hansastraße ebenfalls eine Neuntöter-Sichtung, hier das Weibchen ….
….. und hier das Männchen ….
…. dort auch neben Fitis, Zilpzalp, Zaunkönig, Sumpfrohrsänger, Teichrohrsänger, Mönchs- und Dorngrasmücke, Singdrossel, Kleiber, Stieglitz, Heckenbraunelle, Kuckuck und Mäusebussard zusammen mit mehreren Wiesenschafstelzen diese Bachstelze (19.06.26, Fotos: C. Rethschulte).
In den Wäldern bei Hilbeck dieser Grauschnäpper in der Mitte seines Nachwuchses (21.06.26, Foto: C. Rethschulte).
Apropos Grauschnäpper: Bereits am 30. Mai fand ich diesen brütenden Grauschnäpper in der Hauswand meines Bruders in Hannover/Nordstadt vor. Stare hatten wohl mehrere Löcher in die Wand geschlagen, sodass auch dieses Grauschnäpper-Paar dort einen Brutplatz (Halbhöhle) fand (30.05.26, Foto: C. Rethschulte).
Kommen wir jetzt zu den beobachteten Greifen: Bei Rottum/Kamen zeigt sich am 21.06.26 dieser Wanderfalke aus etwas größerer Entfernung …
…. am 19.06.26 ist dieser ungewöhnlich aussehende Greif auf der Kamener Straße zu sehen: kopfmäßig könnte er zur Gruppe der Mini-Geier gehören, entpuppt sich aber als gewöhnlicher Turmfalke mit kahlem Schädel. Wie es dazu kam, bleibt wohl sein Geheimnis ….
Nach der Kuriosität nun zu einem traurigen Fund am 21.06.26: In seinem Traditionsrevier bei Hilbeck dieser Totfund eines Schwarzmilans auf einem Buchenhorst. Die Ursache seines Ablebens wird wohl auch ungeklärt bleiben, es sein denn, der Kadaver wird aus dem Nest geholt und untersucht (Fotos: C. Rethschulte).
Last but not least however: Eine für mich sehr schöne Beobachtung im Raum Bergkamen: Sperber-Nachwuchs, zunächst ist nur ein Nestling zu sehen ….
…. kurz darauf wird klar, es sind zwei gesund wirkende Jungsperber. Freue mich insb. über diesen Fund, da drei weitere Brutplätze dieser Saison nicht zum Erfolg führten (21.06.26, Fotos: C. Rethschulte).

Hagen/Schwerte: Gänsegeier (!), Seidensänger, Wespenbussard, Baumfalke, Waldwasserläufer, Grauschnäpper u.a. am 09. & 15.06.2026 (A. Matull)

Am 09.06. konnte Peter Krüger südöstlich der Kreisgrenze in Hagen 2 überfliegende Gänsegeier beobachten. Während einer der Vögel für eine halbe Minute kreiste, zog ein weiterer deutlich höher durch. Derartige „Brett-Silhouetten“ sind in unseren Breiten am Himmel stets ungewöhnlich. Die anschließend Richtung Nordost weitergezogenen Gänsegeier lassen naheliegen, dass sie ebenfalls den Kreis Unna überflogen haben. Die Nordrhein-Westfälische Ornithologengesellschaft (NWO) wies in diesem Zusammenhang bereits am 07.06.2023 auf ihrer Homepage darauf hin, dass der Juni der klassische „Geiermonat“ ist. Demnach steigen die Bestände der Gänsegeier aufgrund des konsequenten Schutzes und erfolgreicher Wiederansiedlungsprogramme in Südwesteuropa erfreulicherweise wieder an. Auf der Suche nach Nahrung und beim Erkunden neuer Gebiete legten insbesondere Jungvögel riesige Distanzen zurück. Dadurch erschienen die imposanten Riesen mit über zweieinhalb Metern Spannweite mittlerweile alljährlich im Frühsommer als Thermiksegler in Mitteleuropa – und eben auch in NRW. Da Geier reine Aasfresser sind und eine wichtige Rolle im Ökosystem einnehmen, im Flug in großer Höhe unter Umständen aber leicht übersehen werden, kann sich mit reichlich Glück eine sehr akribische Himmelsbeobachtung lohnen.

Gestern (15.06.) zeigte sich am Waldrand von Schwerte-Westhofen ein Grauschnäpper (P. Krüger). Nordwestlich des Geiseckesees kreiste ein männlicher Wespenbussard. Südlich über der Ruhr jagte ein Baumfalke, der am dortigen Ufer einen rastenden Waldwasserläufer aufscheuchte. Begleitet wurde das Geschehen an der Ruhr vom bekannten, weiterhin ausdauernd singenden Seidensänger.

In der Thermik kreisender Gänsegeier südwestlich der Kreisgrenze in Hagen am 09.06.2026. (Foto: Peter Krüger)
Gemeinsam mit einem weiteren Artgenossen (bedeutend weiter oben) segelt dieser anschließend Richtung Nordost (Kreis Unna). Diese bei uns seltene Beobachtung wurde bereits bei der AviKom der NWO zur Dokumentation eingereicht. 09.06.2026 (Foto: Peter Krüger)



Ein oft unauffälliger Grauschnäpper am Waldrand in Schwerte-Westhofen. 15.06.2026 (Foto: Peter Krüger)
Mit atemberaubendem Tempo jagender Baumfalke über der Ruhr in Schwerte am 15.06.2026. (Foto: Andre Matull)
Die „fliegenden Fetzen“ sind abgetrennte Teile einer Libelle, die so direkt nach der Erbeutung in der Luft flugunfähig gemacht wird. 15.06.2026 (Foto: Andre Matull)

Kreis Unna/Hamm: Habicht- und Rotmilan- sowie Gartenrotschwanz-Nachwuchs, Baumfalke, Waldschnepfe, Schleiereule am 16.06.2026 (C. Rethschulte)

Heute gilt es über weitere Bruterfolge zu berichten: Habicht-Nachwuchs im Bereich des“ „Fohlenspieß“ auf einer Lärche (Hamm, Sandbochumer Heide, 07.06.26, Foto: C. Rethschulte).
Ein weiterer Junghabicht kam im NSG Mühlhauser Mark (Kreis Unna) zur Welt (05.06.26, Foto: C. Rethschulte).
Im Romberger Wald (Kreis Unna, Sandbochumer Heide) vermutlich ein Geschwisterpaar: hier der Nesthocker ….
…. hier der Ästling (11.06.26, Fotos: C. Rethschulte).
Im Traditionsrevier Lettenbruch Nord bei Nordbögge dieser Junghabicht am 02.06.26 ….
…. und hier acht Tage später. Kurz darauf verließ er fliegend seinen Horst (10.06.26, Fotos: C. Rethschulte).
Bei den Rotmilanen gibt es für mich weniger zu vermelden. Von drei nach ihrer Rückkehr besetzten Revieren nur eine erfolgreiche Brut bei Unna-Lünern ….
…. wie hier zu sehen hat der Jungvogel bereits eine ansehnliche Körpergröße erreicht (11.06.26, Fotos: C. Rethschulte).
Im Bereich der Schledornstraße (Hamm, Sandbochumer Heide) zeigen sich gestern diese drei diesjährigen Gartenrotschwänze bei der selbstständigen Futtersuche. Im Bereich Kerstheide – ebenfalls Sandbochumer Heide – nach Sonnenuntergang eine überfliegende Waldschnepfe. In Kamen-Rottum gegen 22.45h eine Schleiereule (15.06.26, Foto: C. Rethschulte).
Ebenfalls im Bereich Kerstheide gestern ein Baumfalkenpaar und heute dieses Exemplar auf einem Strommasten (16.06.26, Foto: C. Rethschulte).

Bönen: Beobachtungen am 15.06.2026 (H. Peitsch)

Zwei junge Kiebitze im HRB. 15.06.26 Foto: Hartmut Peitsch
Leider schlecht zu erkennen: zwei junge Kiebitze im HRB. 15.06.26 Foto: Hartmut Peitsch (Mitbeobachter H. Knüwer)
Luftkampf Rabenkrähe gegen Rotmilan. 15.06.26 Foto: Hartmut Peitsch
Luftkampf Rabenkrähe gegen Rotmilan. 15.06.26 Foto: Hartmut Peitsch
Luftkampf Rabenkrähe gegen Rotmilan. 15.06.26 Foto: Hartmut Peitsch
Akrobatische Flugeinlage der Rabenkrähe gegen einen Rotmilan. 15.06.26 Foto: Hartmut Peitsch
"Unsere Kohlmeisen" sind flügge. 15.06.26 Foto: Hartmut Peitsch
„Unsere Kohlmeisen“ sind flügge. 15.06.26 Foto: Hartmut Peitsch

Bönen/NSG Lettenbruch: Rotkehlchen-Nachwuchs, Mittelspecht etc. am 14.06.2026 (C. Rethschulte)

Neben Amseln, Haussperlingen, Buntspechten, Blau- und Kohlmeisen sind derzeit auch Rotkehlchen-Eltern damit beschäftigt, ihren bereits flügge gewordenen Nachwuchs weiterhin mit Nahrung zu versorgen. In der Regel sind das für Rotkehlchen Insekten, Spinnen oder Würmer. Aber auch ihnen ist nicht entgangen, dass es nahrhaftes Fettfutter im Garten gibt ….
….. für Rotkehlchen-Eltern jedoch nicht so leicht zu erreichen ….
….. mit einigem Geschick klappt es hin und wieder doch ….
…. einfacher ist es aber, aus dem Schutz der Garteneibe schnell auf die Wiese zu hüpfen und sich dort die heruntergefallenen Stückchen zu holen ….
…. die beispielsweise ein Bunt- oder Mittelspecht fallen lässt ….
…. ein Mittelspecht ist in diesen Tagen täglich an der Fütterung zu finden, wobei nicht so einfach auszumachen ist, ob es sich dabei um ein einzelnes Individuum oder sogar um ein Brutpaar handelt, da beide Geschlechter sich äußerlich nur durch den weiter nach hinten reichenden roten Scheitel des Männchens unterscheiden. Falls es sich um ein die Brut versorgendes Elternpaar handelt, dürfte jedoch in nächster Zeit der Nahwuchs den Eltern an diese Futterquelle folgen ….
…. ähnlich dem Buntspecht-Nachwuchs, der inzwischen mehrmals täglich zur Stelle ist (09./11..06.26, Fotos: C. Rethschulte).
Distelfalter, für mich in diesem Jahr der bislang häufigste Prachtfalter; an diesem kleinen Brombeerbusch im LSG Kerstheide (Hamm) waren gleichzeitig drei Individuen zu sehen (11.06.26, Foto: C. Rethschulte).

Bönen: Zum diesjährigen Waldohreulen-Nachwuchs (09.06.2026, C. Rethschulte)

Seit mehr als zwei Jahren waren in diesem Jahr wieder drei junge Waldohreulen in Bönen zu sehen. Aus der Beobachterperspektive ist dies eine Erfolgsgeschichte: Auf meinem ersten Beobachtungsgang am 04. März diesen Jahres war ein Männchen zu hören, fünf Tage später ließen sich Männchen und Weibchen hören und zeigten sich im Abendflug, am 15. März war erneut nur das Männchen zu hören, ebenso auf einem weiteren Beobachtungsgang am 12. Mai. Dennoch war noch immer unklar, ob eine erfolgreiche Brut eingesetzt hatte, zumal es in den Vorjahren ähnliche Beobachtungen gab, die jedoch nicht in den ultimativen Brutnachweis mündeten: Junge Waldohreulen.

Am 19. Mai zeigte sich dann überraschenderweise ein Altvogel offen in unmittelbarer Nähe des vermuteten Brutbaumes (vgl. meine Meldung vom selbigen Tag). Am 22.05.26  gelang dann die erste Sichtung der drei Jungvögel gemeinsam mit einem Altvogel (vgl. die Meldung von H. Peitsch). Weitere Beobachtungen am 27. Mai und am am 01. Juni und am 06. Juni (erneut auf erster Sitzwarte). Am 04. Juni  hatten die drei Jungeulen ihre ungefähr einwöchige Sitzwarte verlassen und waren auch in der Nähe nicht aufzufinden. Das lässt annehmen, dass sie zu diesem Zeitpunkt bereits flügge waren. 

Jungeulen verlassen mitunter schon im Alter von drei Wochen ihre Nistmulde und klettern – wie auch in diesem Fall – in nestnahe Baumkronen. Dort verbleiben sie in möglichst wenig einsehbarem Geäst. Junge Waldohreulen sind geschickte Kletterer, die zum Klettern Krallen, Schnabel und Flügel einsetzen. Das Kletterverhalten der Jungeulen (Ästlingsphase) soll vermutlich zum einen die Gefahr durch Beutegreifer verringern, und zum anderen auch der Absturzgefahr aus möglicherweise bruchgefährdeten bzw. zu klein gewordenen Übernahmehorsten (z.B. Krähen) vorbeugen (vgl. W. Scherzinger, Das Kletterverhalten heimischer Jungeulen…. In: Vogelkundl-iche Berichte Niedersachsens 40, S. 117-125, 2008). Anschließend gelingt die Selbstversorgung relativ schnell, schaffen es die Jungeulen doch bereits im Alter von zehn Wochen selbständig Mäuse zu erjagen. Die Elternvögel füttern ihren Nachwuchs wohl bis mindestens zur 11. Lebenswoche.

Dennoch ein trauriger Ausblick: Von den Jungeulen eines Jahres übersteht wohl nur jede zweite ihr erstes Lebensjahr. Die Lebensperspektive der Überlebenden sieht besser aus und lässt sich aufgrund von Beringungsfunden in freier Natur auf ein Höchstalter von 28 Jahren festlegen. 

Selbstständig gewordene Jungvögel müssen sich neue geeignete Lebensräume suchen. Dafür können sie durchaus Flugstrecken von bis zu 2000 Kilometer zurücklegen (vgl. Wikipedia). Typischer ist aber eine Wiederansiedlung in einem Radius von 50 bis 100 Kilometern um den Horst. Wünschen wir den drei jungen Waldohreulen aus Bönen, dass sie nicht nur ein gutes Alter erreichen, sondern in nicht so weiter Ferne ein eigenes Revier finden. Der Anfang ist gemacht (vgl. die Meldung von H. Peitsch vom 06.06.26).

Diesjährige Waldohreule auf ihrem Kletterbaum ….
…. hier ein zweiter Jungvogel ….
…. und ein Elternteil; der dritte Jungvogel wollte sich nicht zeigen, er blieb in seinem Kletterversteck (01.06.26, Fotos: C. Rethschulte).