Aktuell lassen sich vermehrt Schwalbenküken verzeichnen, die hier und in Menden aus ihren Nestern gesprungen sind. (Mehl- , aber auch Rauchschwalben). Vermutlicher Grund: Wie schon im vergangenen Jahr heizt die aktuelle Hitzeperiode die Nester der Schwalben unerträglich auf, sodass sie vor den Gluttemperaturen dort flüchten.
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Schwerte: Baumfalken, Seidensänger, Rohrammern (Brutnachweis), Gelbspötter, Weißstorch Stichprobe und Schönbär u.a. am 29.06.2026 (A.Matull)
Nach der extremen Hitzeperiode der letzten Tage bot der heutige Tag endlich wieder die Möglichkeit, unter normalen Sommerbedingungen eine fußläufige Runde zu drehen.
Im Schwerter „NSG Mühlenstrang“ kamen kurz hintereinander zwei Baumfalken überflogen. Zudem ließ sich neben einem Gelbspötter der Seidensänger im bekannten Gesangsrevier akustisch vernehmen. Aus eigener Erfahrung ist hierbei zu beachten, dass die Gesangsaktivität demnächst im Juli und über weite Teile des Augusts stark nachlassen oder komplett verstummen kann. Der Seidensänger ist dann jedoch nicht abgezogen, sondern wird möglicherweise erst ab Mitte bis Ende August wieder regelmäßig in abgeschwächter Form akustisch wahrnehmbar sein. Da Seidensänger grundsätzlich strikt an Wasserhabitate gebunden sind und dazu neigen, ihr Revier ganzjährig zu besetzen, stehen die Chancen für eine erfolgreiche Überwinterung an der Ruhr, die selbst bei strengen Winterbedingungen mit ihrer Fließgeschwindigkeit wohl niemals vollständig zufriert, denkbar günstig.
Ein schöner Erfolg zeigte sich in einem Rohrammer-Revier, denn hier gelang ein sicherer Brutnachweis, da beide Altvögel intensiv Futter zum Brutplatz trugen.
Der gewählte Rundweg erlaubte zudem eine kurze Stichprobe beim Weißstorchnachwuchs in den beiden Nestern am Mühlenstrang sowie am Wellenbad. Jungstörche waren in den letzten Tagen überall auf ihren exponierten Nestern durch die sengende Sonne ungeschützt außergewöhnlichen physischen Belastungen ausgesetzt. Am Mühlenstrang lagen beide Jungvögel heute sichtlich im Ruhemodus im Nest, während die zwei Jungen am Wellenbad bereits einen sehr fitten Eindruck machten und zeitnah flügge werden dürften.
Bei den Schmetterlingen gelang, nach einer gefühlten Ewigkeit, am Wegesrand die Sichtung eines Schönbärs.




Fröndenberg: Mauersegler rückläufig, Turteltauben, Schmetterlinge u.a., 28.06.2026 (B.Glüer)
Anders als bei Hartmut Peitsch in Bönen geben die Fröndenberger Mauersegler Anlass zur Sorge. Die aktuellen Hitzetage führen ja gerade bei Mauerseglern zu auffälligem und regem Treiben, so dass sie an den traditionellen Brutplätzen gut beobachtet werden können. Die genaue Zahl der jeweiligen Brutvögel ist dabei meist schwer zu ermitteln, weil an den pfeilschnellen Flugspielen über den Dächern sich oft auch Mauersegler aus anderen Kolonien beteiligen und unter ihnen alljährlich durchschnittlich 40% – 60% „Nichtbrüter“ sind.
Der Kirchturm der Fröndenberger Stiftskirche bietet seit vielen Jahren die Möglichkeit, vom Turminneren eine große Kolonie über dem Glockenraum mit ihren Brutpaaren und den zustande gebrachten Gelegen zu zählen. Seit mehreren Jahren sind im Turm leider zwei ungünstige Trends zu beobachten. Zum einen nimmt die Gesamtzahl von einst oft mehr als 20 Brutpaaren stetig ab (im vergangenen Jahr `25 gab es nur noch 11 erfolgreiche von 18 begonnenen Bruten). Zum anderen beginnen nur noch wenige Paare direkt nach der Ankunft im Brutgebiet auch mit dem Brutgeschäft. Stattdessen gab es in der Vergangenheit immer wieder Bruten, die erst in der zweiten Juni-Dekade oder sogar noch später begonnen worden sind. Auch in diesem Jahr konnten bei einer ersten Kontrolle im Turm am 06.06. lediglich 11 begonnene Bruten gefunden werden. Eine gestrige Nachkontrolle (27.06.) erfüllte nicht nur nicht die Hoffnung auf zusätzliche, später begonnene Bruten, sondern auch von den zuvor erfassten Bruten waren bis dato nur 5 (!) erfolgreich verlaufen. Über die Gründe für den besorgniserregenden Trend kann man nur spekulieren. Leider ist dabei nicht von einem regionalen Einzelphänomen auszugehen. Auch die alljährlich landesweite Zählung des NABU („Stunde der Gartenvögel“) ergab innerhalb eines Jahres für den Mauersegler einen Rückgang von 24%. Da sich im Falle der Fröndenberger „Kirchturmsegler“ das Nisthöhlenangebot nicht verändert hat, müssen andere Gründe (Insektenmangel, nasskalte Wetterlagen im Mai etc.?) für den Rückgang verantwortlich sein.
Immerhin kann ich wie Hartmut Peitsch von der seit Jahren bestehende Kolonie am eigenen Haus (Frdbg.-Hohenheide) Positives berichten: von 11 angebotenen Nisthöhlen sind 8 mit erfolgreichen Bruten besetzt. Sie werden jedoch frühestens in der zweiten Juli-Hälfte ausfliegen.









Bönen: Mauersegler u.a. 28.06.2026 (H. Peitsch)
„Unsere“ ersten Mauersegler sind in der Nacht zum Samstag ausgeflogen. Nachdem die Altvögel dieses Jahr recht früh – am 23.04. – in unsere Brutkästen zurückkehrten, haben sie in neun Wochen Jungvögel zum Ausfliegen gebracht. In weiteren Bruthöhlen wird noch gefüttert, die Jungen sind aber teilweise auch kurz vor dem Flüggewerden.





Fröndenberg-Westick: Erste Blutbärraupen am 27.6.2026 (I. Zimmermann)
In einem kleinen halbschattigem Beet in meinem Garten wächst im Sommer immer etwas Greiskraut. Seit einigen Jahren haben es die Blutbären entdeckt und zu ihrer Kinderstube gemacht. Heute habe ich die ersten kleinen Raupen entdeckt.

Kreis Unna/Hamm: Waldbaumläufer, Gartenbaumläufer, Misteldrossel, Mittelspecht, Gelbspötter, Grauschnäpper, Kernbeißer etc. und Landkärtchen, C-Falter, Admiral, Weißlinge sowie Kaisermantel am 23. und 24.06.2026 (C. Rethschulte)








Bergkamen: Wachtel südlich des Umgehungsgerinnes der Lippe am 22.06.2026 (L. Knösel & J. Linnebank)
Nachdem J. Hundorf am vergangenen Donnerstag auf der Ackerumwandlungsfläche (Mohnblumenfläche) südlich des Umgehungsgerinnes bei Rünthe (NSG Lippeaue von Stockum bis Werne) bereits ein bis zwei rufende Wachteln gehört hat, haben wir heute Nachmittag erneut eine Wachtel rufen hören, aus dem nordöstlichen Bereich der Nutzfläche.
Beginnender Limikolenzug, Rückblick auf Gänsebruten der Kiebitzwiese 2026 in Fröndenberg, Ringelnatter-Paarung und Brutnachweis bei der Waldohreule in Schwerte, 22.06.2026 (K.&A.Matull)
Viele Vögel sind aktuell vollauf mit der Versorgung ihres Nachwuchses beschäftigt, dennoch hat bereits klammheimlich der Limikolenzug in Richtung Süden begonnen. Das zeigte sich auf der Kiebitzwiese in Fröndenberg am Sonntag (21.06.26) durch 3 rastende Waldwasserläufer. Zu den nächsten Abreisenden gehört der Kuckuck, welcher allerdings nach wie vor im westlichen Teil des Gebiets mit 3 Individuen (darunter 1 Weibchen der braunen Morphe) sehr aktiv ist. Diese vermeintlich ruhige Phase der Sommersonnenwende ist der ideale Zeitpunkt für einen Rückblick auf die letzten Wochen im westlichen Ruhrtal. Auf der Kiebitzwiese in Fröndenberg lässt sich eine Gänse Nachwuchs-Bilanz ziehen: 2 Kanadaganspaare führen aktuell 20 (12+8) noch nicht flugfähige Nachkommen. Bei dieser ungleichen Verteilung dürfte es sich um eine sogenannte „Crèche“ (eine biologische Kinderstube) handeln, bei der Gänseeltern den Nachwuchs anderer Paare adoptieren oder gemeinsam betreuen. Bei den Graugänsen sind es 4 Paare mit 17 (5+5+4+3) größtenteils bereits flugfähigen Jungvögeln, wobei lediglich die 3 jüngsten Nachzügler einer späten Familie noch flugunfähig sind. Hinzu kommt 1 Nilganspaar mit 7 flüggen Jungvögeln, die aber schon länger flugfähig sind. Ein neuer Brutrekord zeichnet sich zudem für das Gebiet bei den Weißstörchen ab, sofern die 7 (3+4) aktuell vital wirkenden Jungstörche aus den 2 Nestern plangemäß in den kommenden 2 bis 3 Wochen flügge werden.
Am Rande der Röllingwiese in Schwerte dokumentierte Martina Wünsch am 30. Mai eine Verpaarung von Ringelnattern. Bei mildem, wechselhaftem Wetter um 20 °C zeigte sich ein typisches „Paarungsknäuel.“ Da Ende Mai den biologischen Höhepunkt markiert, handelte es sich hierbei um eines der letzten Paarungsereignisse des Jahres – die sensible Phase ist damit für dieses Jahr abgeschlossen. Die Beobachtung unterstreicht zudem die Bedeutung von Ökotonen (strukturreichen Übergangszonen). Die Röllingwiese bietet mit ihren fließenden Übergängen von offenen Gewässern zu dichten Röhrichten, Hochstauden, Buschwerk und Waldrändern genau dieses lebenswichtige Strukturmosaik. Es bietet den Reptilien optimale Bedingungen zur Thermoregulation (Sonnensuche) und sichert warme, geschützte Eiablageplätze in organischem Material.
Im Schwerter Ruhrtal machten am 15. Juni zudem die charakteristischen Bettelrufe junger Waldohreulen auf sich aufmerksam. Insgesamt konnten 4 Ästlinge festgestellt werden. Die Jungvögel haben das Nest bereits verlassen und sind nun im dicht zugewachsenen Wald völlig unsichtbar auf weitläufiger Wanderschaft. Diese Entdeckung liefert einen wertvollen Bruterfolg für das großflächige Wald-Kulturland dieser Region. Das Gebiet bietet den Eulen wichtige, großflächige Brut- und Ruheplätze sowie ideale Jagdgründe in den angrenzenden offenen Wiesenstrukturen.








Kreis Unna, Hamm, Kreis Soest: Schwarzmilan, Sperber, Wanderfalke, Turmfalke, Neuntöter, Grauschnäpper, Goldammer, Bachstelze etc. vom 17. – 21.06.2026 (C. Rethschulte)












Hagen/Schwerte: Gänsegeier (!), Seidensänger, Wespenbussard, Baumfalke, Waldwasserläufer, Grauschnäpper u.a. am 09. & 15.06.2026 (A. Matull)
Am 09.06. konnte Peter Krüger südöstlich der Kreisgrenze in Hagen 2 überfliegende Gänsegeier beobachten. Während einer der Vögel für eine halbe Minute kreiste, zog ein weiterer deutlich höher durch. Derartige „Brett-Silhouetten“ sind in unseren Breiten am Himmel stets ungewöhnlich. Die anschließend Richtung Nordost weitergezogenen Gänsegeier lassen naheliegen, dass sie ebenfalls den Kreis Unna überflogen haben. Die Nordrhein-Westfälische Ornithologengesellschaft (NWO) wies in diesem Zusammenhang bereits am 07.06.2023 auf ihrer Homepage darauf hin, dass der Juni der klassische „Geiermonat“ ist. Demnach steigen die Bestände der Gänsegeier aufgrund des konsequenten Schutzes und erfolgreicher Wiederansiedlungsprogramme in Südwesteuropa erfreulicherweise wieder an. Auf der Suche nach Nahrung und beim Erkunden neuer Gebiete legten insbesondere Jungvögel riesige Distanzen zurück. Dadurch erschienen die imposanten Riesen mit über zweieinhalb Metern Spannweite mittlerweile alljährlich im Frühsommer als Thermiksegler in Mitteleuropa – und eben auch in NRW. Da Geier reine Aasfresser sind und eine wichtige Rolle im Ökosystem einnehmen, im Flug in großer Höhe unter Umständen aber leicht übersehen werden, kann sich mit reichlich Glück eine sehr akribische Himmelsbeobachtung lohnen.
Gestern (15.06.) zeigte sich am Waldrand von Schwerte-Westhofen ein Grauschnäpper (P. Krüger). Nordwestlich des Geiseckesees kreiste ein männlicher Wespenbussard. Südlich über der Ruhr jagte ein Baumfalke, der am dortigen Ufer einen rastenden Waldwasserläufer aufscheuchte. Begleitet wurde das Geschehen an der Ruhr vom bekannten, weiterhin ausdauernd singenden Seidensänger.





Kreis Unna/Hamm: Habicht- und Rotmilan- sowie Gartenrotschwanz-Nachwuchs, Baumfalke, Waldschnepfe, Schleiereule am 16.06.2026 (C. Rethschulte)










Bönen: Beobachtungen am 15.06.2026 (H. Peitsch)




Bönen/NSG Lettenbruch: Rotkehlchen-Nachwuchs, Mittelspecht etc. am 14.06.2026 (C. Rethschulte)








Unna: Wachtel am 14.06.2026 (H. Knüwer)
Kurz nach Mittag eine rufende Wachtel in den Hemmerder Wiesen.
Bönen: Zum diesjährigen Waldohreulen-Nachwuchs (09.06.2026, C. Rethschulte)
Seit mehr als zwei Jahren waren in diesem Jahr wieder drei junge Waldohreulen in Bönen zu sehen. Aus der Beobachterperspektive ist dies eine Erfolgsgeschichte: Auf meinem ersten Beobachtungsgang am 04. März diesen Jahres war ein Männchen zu hören, fünf Tage später ließen sich Männchen und Weibchen hören und zeigten sich im Abendflug, am 15. März war erneut nur das Männchen zu hören, ebenso auf einem weiteren Beobachtungsgang am 12. Mai. Dennoch war noch immer unklar, ob eine erfolgreiche Brut eingesetzt hatte, zumal es in den Vorjahren ähnliche Beobachtungen gab, die jedoch nicht in den ultimativen Brutnachweis mündeten: Junge Waldohreulen.
Am 19. Mai zeigte sich dann überraschenderweise ein Altvogel offen in unmittelbarer Nähe des vermuteten Brutbaumes (vgl. meine Meldung vom selbigen Tag). Am 22.05.26 gelang dann die erste Sichtung der drei Jungvögel gemeinsam mit einem Altvogel (vgl. die Meldung von H. Peitsch). Weitere Beobachtungen am 27. Mai und am am 01. Juni und am 06. Juni (erneut auf erster Sitzwarte). Am 04. Juni hatten die drei Jungeulen ihre ungefähr einwöchige Sitzwarte verlassen und waren auch in der Nähe nicht aufzufinden. Das lässt annehmen, dass sie zu diesem Zeitpunkt bereits flügge waren.
Jungeulen verlassen mitunter schon im Alter von drei Wochen ihre Nistmulde und klettern – wie auch in diesem Fall – in nestnahe Baumkronen. Dort verbleiben sie in möglichst wenig einsehbarem Geäst. Junge Waldohreulen sind geschickte Kletterer, die zum Klettern Krallen, Schnabel und Flügel einsetzen. Das Kletterverhalten der Jungeulen (Ästlingsphase) soll vermutlich zum einen die Gefahr durch Beutegreifer verringern, und zum anderen auch der Absturzgefahr aus möglicherweise bruchgefährdeten bzw. zu klein gewordenen Übernahmehorsten (z.B. Krähen) vorbeugen (vgl. W. Scherzinger, Das Kletterverhalten heimischer Jungeulen…. In: Vogelkundl-iche Berichte Niedersachsens 40, S. 117-125, 2008). Anschließend gelingt die Selbstversorgung relativ schnell, schaffen es die Jungeulen doch bereits im Alter von zehn Wochen selbständig Mäuse zu erjagen. Die Elternvögel füttern ihren Nachwuchs wohl bis mindestens zur 11. Lebenswoche.
Dennoch ein trauriger Ausblick: Von den Jungeulen eines Jahres übersteht wohl nur jede zweite ihr erstes Lebensjahr. Die Lebensperspektive der Überlebenden sieht besser aus und lässt sich aufgrund von Beringungsfunden in freier Natur auf ein Höchstalter von 28 Jahren festlegen.
Selbstständig gewordene Jungvögel müssen sich neue geeignete Lebensräume suchen. Dafür können sie durchaus Flugstrecken von bis zu 2000 Kilometer zurücklegen (vgl. Wikipedia). Typischer ist aber eine Wiederansiedlung in einem Radius von 50 bis 100 Kilometern um den Horst. Wünschen wir den drei jungen Waldohreulen aus Bönen, dass sie nicht nur ein gutes Alter erreichen, sondern in nicht so weiter Ferne ein eigenes Revier finden. Der Anfang ist gemacht (vgl. die Meldung von H. Peitsch vom 06.06.26).



