Kurz nach Mittag eine rufende Wachtel in den Hemmerder Wiesen.
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Bönen: Zum diesjährigen Waldohreulen-Nachwuchs (09.06.2026, C. Rethschulte)
Seit mehr als zwei Jahren waren in diesem Jahr wieder drei junge Waldohreulen in Bönen zu sehen. Aus der Beobachterperspektive ist dies eine Erfolgsgeschichte: Auf meinem ersten Beobachtungsgang am 04. März diesen Jahres war ein Männchen zu hören, fünf Tage später ließen sich Männchen und Weibchen hören und zeigten sich im Abendflug, am 15. März war erneut nur das Männchen zu hören, ebenso auf einem weiteren Beobachtungsgang am 12. Mai. Dennoch war noch immer unklar, ob eine erfolgreiche Brut eingesetzt hatte, zumal es in den Vorjahren ähnliche Beobachtungen gab, die jedoch nicht in den ultimativen Brutnachweis mündeten: Junge Waldohreulen.
Am 19. Mai zeigte sich dann überraschenderweise ein Altvogel offen in unmittelbarer Nähe des vermuteten Brutbaumes (vgl. meine Meldung vom selbigen Tag). Am 22.05.26 gelang dann die erste Sichtung der drei Jungvögel gemeinsam mit einem Altvogel (vgl. die Meldung von H. Peitsch). Weitere Beobachtungen am 27. Mai und am am 01. Juni und am 06. Juni (erneut auf erster Sitzwarte). Am 04. Juni hatten die drei Jungeulen ihre ungefähr einwöchige Sitzwarte verlassen und waren auch in der Nähe nicht aufzufinden. Das lässt annehmen, dass sie zu diesem Zeitpunkt bereits flügge waren.
Jungeulen verlassen mitunter schon im Alter von drei Wochen ihre Nistmulde und klettern – wie auch in diesem Fall – in nestnahe Baumkronen. Dort verbleiben sie in möglichst wenig einsehbarem Geäst. Junge Waldohreulen sind geschickte Kletterer, die zum Klettern Krallen, Schnabel und Flügel einsetzen. Das Kletterverhalten der Jungeulen (Ästlingsphase) soll vermutlich zum einen die Gefahr durch Beutegreifer verringern, und zum anderen auch der Absturzgefahr aus möglicherweise bruchgefährdeten bzw. zu klein gewordenen Übernahmehorsten (z.B. Krähen) vorbeugen (vgl. W. Scherzinger, Das Kletterverhalten heimischer Jungeulen…. In: Vogelkundl-iche Berichte Niedersachsens 40, S. 117-125, 2008). Anschließend gelingt die Selbstversorgung relativ schnell, schaffen es die Jungeulen doch bereits im Alter von zehn Wochen selbständig Mäuse zu erjagen. Die Elternvögel füttern ihren Nachwuchs wohl bis mindestens zur 11. Lebenswoche.
Dennoch ein trauriger Ausblick: Von den Jungeulen eines Jahres übersteht wohl nur jede zweite ihr erstes Lebensjahr. Die Lebensperspektive der Überlebenden sieht besser aus und lässt sich aufgrund von Beringungsfunden in freier Natur auf ein Höchstalter von 28 Jahren festlegen.
Selbstständig gewordene Jungvögel müssen sich neue geeignete Lebensräume suchen. Dafür können sie durchaus Flugstrecken von bis zu 2000 Kilometer zurücklegen (vgl. Wikipedia). Typischer ist aber eine Wiederansiedlung in einem Radius von 50 bis 100 Kilometern um den Horst. Wünschen wir den drei jungen Waldohreulen aus Bönen, dass sie nicht nur ein gutes Alter erreichen, sondern in nicht so weiter Ferne ein eigenes Revier finden. Der Anfang ist gemacht (vgl. die Meldung von H. Peitsch vom 06.06.26).



Fröndenberg/Schwerte: Großer Brachvogel, Schnatterenten-Brutnachweis, balzende Flussregenpfeifer, Gelbspötter, Girlitze, Haubenmeisen, Baumpieper-Brut, Grauschnäpper, Waldlaubsänger, Kernbeißer-Brutnachweis, Bluthänfling und Stieglitz-Familien u.a. vom 30.05-07.06.2026 (K.&A.Matull)
Die ersten Junitage brachten in den verschiedenen Beobachtungsgebieten eine faszinierende Dynamik aus dramatischen Revierkämpfen, unerfreulichen und erfreulichen Nachweisen sowie methodisch anspruchsvollen Kartierungen.
An der Schwerter Röllingwiese dokumentierte Peter Krüger am 01.06. ein extremes Drama: Ein hochgradig aggressiver Kampf zwischen 2 Höckerschwänen endete für einen der Kontrahenten tödlich. Ein weitaus erfreulicheres Bild bot sich ebenda am 05.06. mit der Sichtung einer Schnatterenten-Familie, bei der das Weibchen 10 Pulli führte.
Die bereits von H. Knüwer gemeldeten 3 Flussregenpfeifer auf der Fröndenberger Kiebitzwiese balzten am 04.06. unvermindert weiter; am 07.06. konnten noch zwei Individuen bei rasanten Verfolgungsjagden beobachtet werden. Ein hoch ostwärts überfliegender Großer Brachvogel stellte insbesondere zu diesem Zeitpunkt eine Besonderheit dar. Zudem sang ein Gelbspötter in den Hecken am alten Aussichtshügel, während sich im selben Gebüsch 2 Kuckucke eine spektakuläre Verfolgungsjagd lieferten. Im angrenzenden Industriegebiet zeigten sich 2 Girlitze. Das Wasserwerksgelände Hengsen (Holzwickede) stellte mit 17 nahrungssuchenden Weißstörchen einmal mehr seine Bedeutung als Trittsteinbiotop unter Beweis.
Ein Schwerpunkt der aktuellen Erfassungen lag im waldreichen, von Kalamitäten und Windkraftflächen geprägten Waldgebiet südlich von Gut Bockelühr (Schwerte). Bei einer mehrstündigen Begehung am 05.06. gelangen hier unverhoffte Nachweise, darunter 5 Haubenmeisen in 4 Revieren ( 3x Fichte- einmal Kiefer) sowie mindestens 5 singende Baumpieper, von denen einer einen sicheren Brutplatz aufsuchte. Auf einem verblühten Rapsfeld nahe dem Gut verweilten mehrere Familienverbände mit über 20 Bluthänflingen, mehr als 50 Stieglitzen suchten dort nach Nahrung, und ebenso viele Stare nutzten die Flächen intensiv. Flankiert wurde das Bild durch einen singenden Gelbspötter.
Weiter nördlich, im Übergang zum südlichen Schwerter Elsebachtal, konnten im Radius von etwa 0,85 km neben 4 Waldlaubsängern und einem weiteren Haubenmeisenrevier auch 3 Grauschnäpperreviere erfasst werden. Eine besondere Augenweide war hier die Bodenfütterung zweier diesjähriger Kernbeißer durch einen Altvogel.
Gerade die Suche nach dem Grauschnäpper offenbarte jedoch eine hochspannende methodische Facette. Während die altbekannten und etablierten Brutplätze aus den Vorjahren wertvolle Anhaltspunkte für die gezielte Nachsuche lieferten, lauerte die eigentliche Überraschung an einer bislang völlig unauffälligen Stelle. Hier lieferte eine spezielle Vogelstimm-App den entscheidenden Erstverdacht. Da solche digitalen Helfer bekanntlich nur als Indiz, niemals aber als zweifelsfreier Beleg dienen dürfen, war detektivischer Ehrgeiz gefragt. Nach intensiver Suche konnte der Vogel schließlich tatsächlich visuell bestätigt werden.
Diese Entdeckung wirft ein Schlaglicht auf die Erfassungsproblematik der Art: Im vielstimmigen, morgendlichen Vogelkonzert geht der Grauschnäpper mit seinen extrem hochfrequenten Rufen und Gesängen in Richtung des dichten Baumkronendachs im Wald akustisch nahezu vollständig unter. Die Kartierung ist unter diesen Umständen methodisch sehr anspruchsvoll.
Die Parallelen zu Bernhard Glüers fundierter Girlitz-Analyse vom 09.07.2023 sind dabei geradezu verblüffend und lassen sich fast deckungsgleich auf den Grauschnäpper übertragen. Was damals für die Bönener Friedhofsgirlitze beschrieben wurde – die Tücke der rasch wechselnden, exponierten Singwarten, das Problem der nachlassenden Wahrnehmung hochfrequenter Töne im Alter und die enorme Dunkelziffer scheinbar „singulärer“ Sänger –, gilt eins zu eins auch hier.
Zweifellos hat der Grauschnäpper einen dramatischen Bestandseinbruch erlitten. Doch die aktuelle Beobachtung verdeutlicht, wie leicht dieser unauffällige Insektenjäger schlicht überhört oder übersehen werden könnte.












Kreis Unna/Bönen: Rotmilan, Mäusebussard, Mittelspecht, Buntspecht, Nachtigall, Schwarzkehlchen, Hausrotschwanz, Distelfalter etc. am 05./07.06.2026 (C. Rethschulte)









Bönen: Waldohreulen, 06.06.2026 (H. Peitsch)
Die 3 jungen Waldohreulen in Altenbögge haben sich seit meiner Meldung von 22. Mai gut entwickelt und machen einen gesunden, vitalen Eindruck. Ein Altvogel war heute nicht zu sehen.




Wickede: Kleinspecht, Kernbeißer, Grauschnäpper, Waldlaubsänger, Hohltaube, Kuckuck, Kolkrabe, Gebirgsstelze, Eisvogel und Tag der Käfer mit Hirschkäfer und Co. am 06.06.2026 (Andre Matull, Björn Nikula und Gregor Zosel)
Knapp hinter der Grenze Fröndenbergs liegt bei Wickede der Echthauser Berg. Seit vielen Jahren ist er ein Traditionsziel von uns. So konnten wir heute bei einer über 6 stündigen Exkursion unter anderen folgendes beobachten: 1 Kleinspecht trommelnd und mit Sichtkontakt, 1 Grünspecht, 1 Kolkrabe, 1 Kuckuck, 2 Waldlaubsänger, 1 Grauschnäpper, 1 Hohltaube, mind. 5 Kernbeißer (mit Nestbau), 1 Gebirgsstelze, 1 Eisvogel, 2 Wintergoldhähnchen, 1 Sommergoldhähnchen, 4 Gartengrasmücken, 2 Fitisse, 3 Schwanzmeisen, 1 Goldammer, 1 Misteldrossel singend, 4 Singdrosseln, 3 Eichelhäher, 2 Rotmilane, 3 Mäusebussarde, 1 Turmfalke, 2 Graureiher sowie 3 Kormorane überfliegend. Erfolgreicher an diesem Vormittag war aber die Ausbeute an Insekten. Erfreulich viele Käfer, darunter als Highlights gleich 3 Hirschkäfer (2:1), davon 1 Männchen im Flug in den Baumkronen. Mager dagegen die Zahl der Tagfalter. Hier lediglich 3 Admirale und 1 Weißling.

Kernbeißer mit Nistmaterial am Echthauser Berg…..am 06.06.2026 (Foto: Andre Matull)
Trommeln des Kleinspechtes….am 06.06.2026 (Tonaufnahme: Andre Matull)

Prachtexemplar von Hirschkäfer mit Drohgebärde….am 06.06.2026 (Foto: Gregor Zosel)

Gewaltig und furchteinflößend die Mandibeln der Männchen….am 06.06.2026 (Foto: Gregor Zosel)

Auch ein passendes Hirschkäferweibchen fanden wir….am 06.06.2026 (Foto: Gregor Zosel)

Hirschkäfermännchen im Flug…..am 06.06.2026 (Foto: Andre Matull)

…und noch eine Ehrenrunde in den Baumwipfeln…….am 06.06.2026 (Foto: Gregor Zosel)

Paarung des Gefleckten Schmalbocks (Rutpela maculata)…….am 06.06.2026 (Foto: Gregor Zosel)

Gefleckter Blütenbock (Pachytodes cerambyciformis)……am 06.06.2026 (Foto: Gregor Zosel)

Braungrauer Splintbock (Leiopus nebulosus)….am 06.06.2026 (Foto: Andre Matull)

Scheckhorn-Distelbock (Agapanthia villosoviridescens)……am 06.06.2026 (Foto: Gregor Zosel)

Paarung des Rüssel-Rotdeckenkäfers (Lygistopterus sanguineus)…..am 06.06.2026 (Foto: Gregor Zosel)

Scharlachroter Feuerkäfer (Pyrchroa coccinea) (Leiopus nebulosus)….am 06.06.2026 (Foto: Andre Matull)

Eine kuriose Erscheinung: die Markante Kamelhalsfliege Phaeostigma notata)…..am 06.06.2026 (Foto: Gregor Zosel)

Grünes Perlenauge auch unter Blaue Florfliege bekannt (Chrysopa perla)…..am 06.06.2026 (Foto: Gregor Zosel)

Gelbe Raubfliege auch Gelbe Mordfliege (Laphria flava) mit Beute…..am 06.06.2026 (Foto: Gregor Zosel)

Gestreifte Quelljungfer…..am 06.06.2026 (Foto: Gregor Zosel)

Gelber Fleckleibbär (Spilosoma lutea)…..am 06.06.2026 (Foto: Gregor Zosel)

Raupe der Grasglucke…..am 06.06.2026 (Foto: Gregor Zosel)
Fröndenberg: Waldschnepfenbalz, Wespenbussarde, Baumpieperbrut u.a., 05.06.2026 (B.Glüer)
In diesen Tagen gelangen mehrfach Beobachtungen von balzenden Waldschnepfen. In der heimischen Vogelwelt gehören Waldschnepfen wegen der sehr heimlichen, oft dämmerungs- und nachtaktiven Lebensweise sicherlich zu den am schwierigsten zu beobachtenden oder quantitativ zu erfassenden Arten. Vor allem zur Brutzeit gibt es kaum Nachweise, obwohl sie in der Balz sogar vergleichsweise auffällig sind, wenn die Männchen auf der Suche nach Weibchen nach Sonnenuntergang potentielle Bruthabitate mit deutlich vernehmbarem „Quorren“ und „Puitzen“ überfliegen. Die meisten Nachweise erbringen bei uns überwinternde Exemplare aus dem Baltikum oder Skandinavien, wenn diese mal zufällig bei Waldspaziergängen vom Boden aufgescheucht werden. So konnten in Wäldern des Fröndenberger Nordens im vergangenen Winter bis zum 20. Februar 28-mal Waldschnepfen festgestellt werden. Danach gab es keine Beobachtungen mehr – insbesondere auch keine Balz, die einen Brutverdacht begründet hätte. Ähnlich verhielt es sich auch in zurückliegenden Jahren.
Am 26. und 27. Mai gelang nun Lukas Bischoff die Beobachtung von balzenden Waldschnepfen in der Nähe des alten Golfplatzes „Am Winkelshof“. Nach seinen Berichten ließen sich in einem kleinen Zeitfenster, knapp eine halbe Stunde nach Sonnenuntergang bis zu 16 (!) Überflüge balzender Männchen zählen. Am 28.05. konnte ich dann erstmals ebenfalls an beschriebenem Ort ab 22.04 Uhr (Sonnenuntergang: 21.32 Uhr) 7-mal eine überfliegende Schnepfe teils aus kurzer Distanz beobachten – und es gelangen auch Fotos. Am 30.05. ab 21.53 Uhr (gemeinsam mit Lukas Bischoff und Mechthild Strathoff) nochmal 14 Überflüge und am 01.06. ab 21.56 Uhr 12 Überflüge ebenda. Diesmal ließen sich aufgrund der Flugrichtungen und Zeitabläufe zweifelsfrei 3 Individuen (2,1) unterscheiden. Gemeinsam mit Mechthild Strathoff wurde am 03.06. ein 1880 m entferntes Habitat überprüft, in dem es vergleichsweise viele Winterbeobachtungen gegeben hatte. Bei jetzt schlechterem Wetter (leichter Regen, Wind, gesunkene Temperaturen) konnten auch hier 2 Überflüge (ab 22.07 Uhr) beobachtet werden. Laut Brutvogelatlas / NRW überfliegen balzende Männchen Flächen von 45-50 Hektar, so dass hier von anderen Individuen ausgegangen werden kann. Am gestrigen Abend (04.06.) waren am ersten Standort – gemeinsame mit Ute Becker und Hermann Knüwer – keine Balzaktivitäten mehr festzustellen. Jedoch zeigte sich bodennah 3-mal eine nah vorbeifliegende und wieder landende, möglicherweise weiblich Waldschnepfe, die sogar in ca. 25 m Entfernung minutenlang auf einem Waldweg verharrte, was evtl. gegenüber unserer Anwesenheit als „Verleiten“ – und damit als Hinweis auf Nachwuchs gedeutet werden könnte. Das veranlasste uns dann auch zum „Rückzug“.
Mehr „Frust als Lust“ bereitet dieser Tage die Suche nach Wespenbussarden. Am 25.05. fiel immerhin über Frdbg.-Hohenheide ein Männchen auf, das sehr einem schon vorjährig im Raum Frdbg.-Bausenhagen mehrfach gesehenen (und fotografierten) Männchen ähnelte. Ein anschließend kontrollierter „Verdachtshorst“, der diesem Männchen zugeordnet werden könnte, wies tatsächlich minimale Begrünung auf. (Siehe hierzu auch folgende Meldung: https://www.oagkreisunna.de/2025/12/22/froendenberg-hausrotschwanz-waldschnepfen-wespenbussardhorst-biber-insekt-des-jahres-24-u-a-21-12-2025-b-glueer/). Am 28.05. zeigte sich niedrig fliegend ein Paar bei UN-Vinning und eine Beobachtung auf ornitho.de von Malte Busch am 31.05. eines Beute tragenden (eventuellen) Männchens lässt in diesem Raum ebenfalls hoffen.







Bönen: Wanderfalken am 05.06.2026 (H. Peitsch)
Heute zeigten sich 2 Wanderfalken sehr hoch über unserem Wohngebiet in Altenbögge, wohl das Paar vom Zechenturm. Das Männchen hat scheinbar einen Blutfleck auf dem Brustgefieder.



Werne: Steinkauz, 29.05. – 07.06.2026 (Robin Böcker)
Im Laufe der letzten Wochen hat sich im Bereich unseres Hofes im Nordwesten von Werne ein Steinkauz niedergelassen, der insbesondere in den frühen bis späten Abendstunden sehr laut und deutlich hörbar ist.

Unna / Fröndenberg: Kiebitz, Flussregenpfeifer und Wespenbussard am 29.05./03.06.2026 (H. Knüwer)
Als wenn es Kiebitze nicht schon schwer genug hätten, das Gelege nicht durch Eierdiebe zerstören zu lassen, müssen sie sich wohl auch vor Rehen in Acht nehmen. So marschierten am 29.05.in den Hemmerder Wiesen zwei Jährlingsböcke unter Protest der beiden Altvögel direkt auf deren markiertes Gelege zu. Wie sich tags darauf herausstellte, hatten die Kiebitze Glück; das Gelege war nicht zertrampelt worden.
In der Kiebitzwiese kamen sich drei Flussregenpfeifer recht nah (29.05.). Zwei von ihnen – wohl zwei Männchen – mussten sich vor dem abseitsstehenden dritten Vogel – wohl ein Weibchen – beweisen.
Endlich gelang auch mir die Beobachtung eines Wespenbussards. Es war ein Weibchen, das sich über Lünern hochschraubte und zielstrebig in nördlicher Richtung dahinglitt (06.03.). Eigentlich sollten Wespenbussarde um diese Zeit auf Eiern sitzen. Wer weiß, warum es in diesem Fall nicht so ist.





Kreis Unna/Sandbochumer Heide: Wespenbussard, Mäusebussard, Kernbeißer, Teichrohrsänger, Rohrammer, Feldlerche, Goldammer am 03.06.2026 (C. Rethschulte)






Bönen/NSG Lettenbruch: Habicht, Mäusebussard, Rotmilan, Mittelspecht, Neuntöter, Graureiher, Zilpzalp, Distelfalter, Kl. Kohlweißling am 31.05. – 02.06.2026 (C. Rethschulte)










Bönen: Beobachtungen im Garten am 02.06.2026 (H. Peitsch)
Fröndenberg/Wickede: Weißstorchbestand – Ergänzung Ruhrtal Ost, 30.05.2026 (Martin Schemm)
Ein kurzes Update zur Situation am Storchenhorst im NSG Obergraben westlich Wickede in Fröndenberg nahe dem Beringhof.
Ich selber habe bis zum 23.05.2026 nur ein Küken beobachten und dokumentieren können. Ein befreundeter Jäger, der ebenfalls gerne mal dort nach dem aktuellen Stand schaut, berichtete von zwei kleinen Köpfchen, die er einmal beobachten konnte.
Bei meinem Kontrollbesuch am 27.05.2026 habe ich einen augenscheinlich verlassenen Horst vorgefunden. In 20 Minuten war weder einer der beiden Altvögel, noch irgendeine Bewegung von kleinen Küken zu erkennen.
Am 30.05.2026 habe ich 30 Minuten das Weißstorch-Nest beobachtet und fotografiert …man müsste zumindest das Jungtier bereits gut sehen können. Aber keinerlei Anzeichen einer laufenden Brut!
Übrigens wurde bei Wickede mittlerweile die 3. Horsthilfe für Störche aufgestellt. Störche gab es dieses Jahr allerdings keine. Das Paar vom letzten Jahr an der Ruhrbrücke ist nicht wieder zusammengekommen. Lediglich ein Partner wartete geduldig auf dem Strommasten…und gab dann schließlich auf.

Weißstorch-Höhenflug steuert auf neue Brutrekorde im Ruhrtal bei Fröndenberg und Schwerte zu ! ‒‒‒ 8 Jahre Brutverlauf und ein Ausblick ‒‒‒ Vogelgrippe: Wie ein Schicksalsschlag in Spanien das Brutgeschehen in der Heimat neu ordnet, 30.05.2026 (K.&A.Matull)
Ein Zwischenfazit zur Halbzeit der Brutsaison 2026 deutet bei den Weißstörchen im Ruhrtal auf neue Rekordzahlen hin, da bei den 8 erfassten Brutpaaren in Fröndenberg (Kiebitzwiese) und Schwerte (inklusive Wasserwerk Holzwickede/Hengsen) aktuell 19 Nestlinge registriert wurden, was bei einem erfolgreichen Brutverlauf einen neuen Höchstwert für diese Art in den Vergleichsgebieten darstellen würde.
8 Jahre lokaler Weißstorch-Brutverlauf
Die nachfolgende Infografik zeigt die Entwicklung der lokalen Weißstorchbruten, beginnend mit der historisch ersten erfolgreichen Brut dieser Art im Ruhrtal auf der Fröndenberger Kiebitzwiese. Die Daten bis 2025 dokumentieren die flügge gewordenen Jungstörche. Der aktuelle Wert für 2026 bildet in Klammern den momentanen Nestlingsbestand nach persönlichen Kenntnissen vor dem Ausflug ab. Verschiedene Einflüsse können die Anzahl der Jungvögel jederzeit verändern, sodass eine endgültige Gesamtbilanz voraussichtlich erst im Juli oder August möglich sein wird.

Rekorde, Herkunft und Nistplatzwahl im regionalen Vergleich
- Seit sieben Jahren in Folge zieht das Weißstorch-Weibchen (im 9. Kalenderjahr) auf der Kiebitzwiese (Nisthilfe) in Fröndenberg erfolgreich Nachwuchs groß. Sie ist damit das nachweislich älteste beringte Individuum im gesamten Brutplatz-Vergleich. Sobald die aktuellen drei Nestlinge flügge werden, würde ihre Bilanz auf 17 ausgeflogene Jungstörche steigen. Mit einer daraus resultierenden, prognostizierten Reproduktionsrate von 2,4 Jungvögeln pro Jahr stellen diese Werte eine herausragende Lebensleistung für diese Art dar.
- Ein vergleichbar hohes Alter weist das Weibchen an der Schwerter Röllingwiese (Nisthilfe) auf, das 2021 bereits als Altvogel beringt wurde und somit mindestens im 8. Kalenderjahr steht. Seit 2022 (bis 2025 mit dem gleichen Partner) beteiligt sie sich im 5. Jahr ununterbrochen dort nachweislich am Brutgeschehen und kommt auf insgesamt 11 ausgeflogene Jungstörche, sofern die aktuellen 3 Nestlinge flügge werden. Zudem zeigt sie als einziger Weißstorch im Untersuchungsgebiet seit mindestens 2022 kein Zugverhalten mehr und verbringt auch die Wintermonate durchgehend im Schwerter Revier und Umgebung.
- Den Höchstwert beim diesjährigen Nachwuchs verzeichnet aktuell die Kanzel des Hochsitzes auf der Fröndenberger Kiebitzwiese: Dieses Nest beherbergt mit 4 Nestlingen die kopfstärkste Brut im gesamten Vergleichsgebiet. (Hier ergeht ein Dank an A.Hünting und H.Knüwer für die Übermittlung der Anzahl von Jungen im Nest)
- Das einzige voll beringte Paar brütet im Wasserwerk Hengsen (Holzwickede) auf dem ehemaligen Windrad, wobei das dortige Männchen mit 217 Kilometern die weiteste Ansiedlungsdistanz im unten aufgeführten regionalen Vergleich aufweist.
- Bei der Wahl der Nistplätze zeigt sich die Art flexibel. 5 Paare nutzen eine künstliche Nisthilfe, während jeweils ein Paar auf einem gekappten Baumstamm, einer Schornsteinabdeckung sowie auf der Kanzel eines Hochsitzes brütet.

Regionale Brutplätze und Beringungsdaten im Überblick. Die orangefarbenen Kilometerangaben unter den Kalenderjahren beschreiben bei dieser Übersicht die exakte Entfernung (Luftlinie) zwischen dem Geburtsort, an dem der jeweilige Storch als Nestling beringt wurde, und seinem aktuellen Brutplatz im Ruhrtal.

Vogelgrippe-Tragödie im Winterquartier
Im Gegensatz zum Vorjahr gab es bei den Schwerter Brutstörchen zwei nachweisliche Veränderungen. Die Befürchtung, dass das grassierende Vogelgrippevirus aus den Winterquartieren auch Brutvögel des Kreises Unna getroffen haben könnte, wurde zur Gewissheit.
Zum einen verendete das langjährige Brutmännchen der Schwerter Röllingwiese im spanischen Winterquartier, denn laut schriftlicher Mitteilung des Max-Planck-Instituts für Verhaltensbiologie Radolfzell an H.-G. Bullenda (AGON Schwerte) wurde der Kadaver am 9. Dezember 2025 nahe eines Entsorgungszentrums im Südosten von Madrid entdeckt. Nach eigenen Recherchen legte der Storch auf seinem herbstlichen Südwestkurs zwischen dem Brutplatz an der Röllingwiese und dem spanischen Fundort eine Distanz von fast 1.500 Kilometern Luftlinie zurück. Sein Zielort war und ist ein bekannter Winter-Hotspot. Dort suchen unzählige Störche auf Deponien nach Nahrung und nächtigen in der Nähe teils eng gedrängt nebeneinander. Die dortige, extrem hohe Bestandsdichte begünstigte im Dezember 2025 den Ausbruch eines hochpathogenen Influenza-Virus, den die spanischen Behörden auch bei dem Schwerter Brutvogel als Todesursache nachweisen konnten. Der Fund dokumentiert einerseits das mittlerweile häufig veränderte Zugverhalten beim Weißstorch mit Überwinterung auf der Iberischen Halbinsel statt Afrika, zeigt jedoch auch gleichzeitig die hohen epidemiologischen Risiken dieser Massenansammlungen an künstlichen Nahrungsökosystemen auf.
Der freigewordene Brutplatz an der Röllingwiese in Schwerte wurde im diesjährigen Frühjahr sofort durch ein neues, unberingtes Männchen nachbesetzt.

Zum anderen brütete anfangs auf dem Baumnistplatz in Schwerte-Geisecke, bei dem als einzigem Ort in den Vergleichsgebieten wahrscheinlich entweder von einer Brutaufgabe oder einem Totalverlust auszugehen ist, erstmalig ein neues, beringtes Weibchen im 4.Kalenderjahr, das 2023 nestjung in Delbrück-Anreppen (Kreis Paderborn) markiert wurde. Der Wiederfund erfolgte nach 1.003 Tagen in 74 Kilometern Luftlinie Entfernung. Ob das vorherige dortige, vermutlich langjährige Weibchen ein ähnliches Schicksal wie das Röllingwiesen-Männchen ereilte, bleibt mangels Beringung ungeklärt.
Ausblick auf die regionale Populationsentwicklung
Neben der allgemeinen Entwicklung dieser Art lassen auch konkrete Beobachtungen im gesamten Wassergewinnungsgebiet Hengsen (Holzwickede), wo in den letzten Wochen teils dutzende Weißstörche zu beobachten waren und teilweise weiterhin präsent sind, eine Fortsetzung des regionalen Populationswachstums erwarten. Bei vielen der dort aus nächster Nähe beobachteten Vögel deutet das Erscheinungsbild mit einigen Ausnahmen auf vorjährige Weißstörche hin und abgefragte Ringablesungen bleiben abzuwarten.
Als biologisch interessante Beobachtung trugen einige Jungstörche bereits sporadisch Nistmaterial auf Gebäude, Pappeln oder einen Hochsitz. Da das Material direkt wieder herunterfiel, ohne dass die Vögel nachbesserten, handelte es sich wahrscheinlich nicht um ernsthaften Nestbau, sondern um erste, instinktive Übungen für die Zukunft. Nahezu identische Abläufe ließen sich bereits im letzten Jahr im gleichen Gebiet feststellen. Auch diese Erkenntnisse legen die Annahme einer weiteren Bestandszunahme des Weißstorchs in unseren heimischen Brutgebieten nahe.
Wer hätte eine solche Entwicklung der Weißstörche bei uns vor 10 Jahren schon erwartet? Angesichts dieser Zahlen wächst der Wunsch nach einer ähnlichen positiven Dynamik bei vielen anderen Vogelarten.




