Auf der Röllingwiese in Schwerte beobachteten wir gestern eine männliche Rohrweihe. Ebenda bereits am 12.03. als persönliche Jahreserstbeobachtung eine weibliche Rohrweihe.
Am 19.03. nachmittags auf der Kiebitzwiese in Fröndenberg ein Waldwasserläufer, > 50 rastende Bachstelzen und eine Nilgans Familie mit 7 Pulli. Ebenfalls dort dokumentierten wir am 22.03. vormittags ein Schwarzkehlchen-Paar beim Nestbau. Am gleichen Tag zwischen den beiden Aussichtshügeln bis zur Sichlerbucht sind u. a. eine Weißwangengans, 6 Rohrammern (3 Paare), eine Wasserralle, 7 Bekassinen sowie 3 Kolkraben zu erwähnen (Mitbeob. zeitweise: A. Hünting u. B. Nikula). Im angrenzenden Industriegebiet erstmalig dieses Jahr für uns ein singender Hausrotschwanz. Ergänzend sind unregelmäßige Nachweise von Flussregenpfeifern zu nennen, die immer wieder im Gebiet Station machen. Gregor Zosel konnte bereits am 07.03. insgesamt 3 Individuen gleichzeitig vor Ort sichten.
Abseits der auffälligen Artenzugänge lohnt ein genauerer Blick auf die Wasservögel der Vernässungsfläche. Hier lassen sich Phänomene dokumentieren, die oft nur als Randnotiz wahrgenommen werden, jedoch eine biologische Variabilität offenbaren. Einerseits hält sich seit über einem Jahr zwischen Stockenten ein intersexuelles Individuum auf, das Mischmerkmale von Männchen und Weibchen aufweist, was bei Stockenten beispielsweise durch hormonelle Störungen oder genetische Faktoren entstehen kann (vgl. AVES Braunschweig 2 (2011), Abb. 21-22, S. 27–28: https://www.club300.de/publications/014_hybrids/AVES_Wasservogel-Hybriden_von_J_Lehmhus.pdf ). Andererseits hielten sich seit dem gesamten Winter regelmäßig bis zu 3 Höckergänse (domestizierte Form der Schwanengans) mit einer weißen Hausgans auf. Am Sonntag kopulierte eine Höckergans ♂ mit der Hausgans ♀. Sollten beide Individuen – wie aufgrund ihrer phänotypischen Merkmale zu vermuten ist – der Gattung Anser angehören, wäre aus dieser Verbindung gemäß der einschlägigen Literatur (u. a. AVES Braunschweig 1 (2010), ca. S. 25: https://www.club300.de/publications/014_hybrids/AVES_Wasservogel-Hybriden_von_J_Lehmhus.pdf) üblicherweise von voll fruchtbaren Hybriden auszugehen. Dieses Beispiel zeigt, wie Domestikation in einem Naturschutzgebiet eine ganz eigene Dynamik aufbauen kann.
Bei einem Blick auf insgesamt 8 Weißstorch-Brutpaare in Fröndenberg und Schwerte (inkl. Geiseckesee) zeichnen sich nach jüngstem Kenntnisstand mindestens zwei Veränderungen ab. So besetzt ein neues Männchen (unberingt) die Nisthilfe an der Röllingwiese in Schwerte und ein neues Weibchen (beringt) in Schwerte-Geisecke bei der Baumbrut, dessen Ringablesung der zuständigen Vogelwarte gemeldet wurde.



































































