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Bönen: Wespenbussard, Rohrweihe etc. am 05.08.2026

Heute Vormittag im Grenzbereich zwischen Nordbögge und Pelkum dieser männliche Wespenbussard mit Wabe in den Fängen – zugegebenermaßen nicht leicht zu erkennen. Unklar wo er seine Beute dem Nachwuchs zuführen will …
…. ebenfalls vor Ort diese Rohrweihe im Durchflug sowie etliche Blau- und Kohlmeisen, Rauch- und Mehlschwalben, Schwanzmeisen, Haussperlinge, Grünfink, Zilpzalp, Turmfalke, Buntspecht und Mäusebussard (05.08.26, Fotos: C. Rethschulte).

Unna: Bilanz der Brutsaison 2026 für Rohr- und Wiesenweihe (Meld. H. Knüwer)

Rohr- und Wiesenweihen stehen im Anhang I der 2009 von der Europäischen Gemeinschaft erlassenen Vogelschutzrichtlinie. In diesem Anhang sind alle in Europa existenzgefährdeten Arten aufgeführt, für deren Schutz die Mitgliedsstaaten besondere Schutzmaßnahmen ergreifen müssen. Die geeignetsten Gebiete für die gelisteten Arten sollten außerdem als besondere Schutzgebiete ausgewiesen werden.

In Mittelwestfalen haben beide Arten innerhalb NRWs ihren Verbreitungsschwerpunkt, bei der Wiesenweihe insbesondere im Vogelschutzgebiet Hellwegbörde (VSG). Das bedeutende Vorkommen der beiden Weihen- und weiterer, europaweit gefährdeter Vogelarten war auch der Grund, die Hellwegbörde an die EU zu melden. Neben dem überwiegenden Flächenanteil im Kreis Soest erstreckt sich das Gebiet auch auf Teilflächen in den Kreisen Unna und Paderborn.

Seit mehr als ein halbes Jahrhundert bemühen sich ehrenamtliche und später auch amtliche Naturschützer, das Überleben der beiden Weihenarten in unserer Region zu sichern. Da die Getreideernte meist vor dem Flüggewerden der Jungvögel beginnt, werden Schutzzonen in Absprache mit den Landwirten auf Getreideflächen eingerichtet und bei der Ernte ausgespart. Die Landwirte erhalten hierfür eine Entschädigung. Gelege der Wiesenweihe werden zusätzlich mit einem Metallzaun gesichert, um Prädation durch Bodenfeinde zu verhindern. Zuvor müssen jedoch zunächst die genauen Brutplätze durch intensives Beobachten ausfindig gemacht werden. Unterstützt durch Ehrenamtliche vor Ort werden die Schutzbemühungen von den Weihenfachleuten der Arbeitsgemeinschaft Biologischer Umweltschutz im Kreis Soest (Biostation) auch im Unnaer Raum durchgeführt.

Das Jahr 2026 war ein außergewöhnlich gutes „Weihenjahr“. Allein im Osten von Unna und angrenzenden Randbereichen konnten insgesamt sieben Rohrweihenbruten nachgewiesen werden, so viele wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Hinzu kommen noch einzelne Rohrweihen, die Balzverhalten zeigten, für die aber ein eindeutiger Brutnachweis nicht erbracht werden konnte. Von der Wiesenweihe brütete in den zurückliegenden Jahren im Kreis Unna und speziell in der Unnaer Hellwegregion immer nur ein Paar – und das auch nicht in jedem Jahr. Umso erfreulicher war es, dass 2026 sogar zwei Wiesenweihenpaare nachgewiesen werden konnten. Von den vier Altvögeln war ein Männchen beringt. Es war 2020 als Nestling im Raum Ense markiert worden und ließ sich 2024 einige Kilometer östlich vom Geburtsort als Brutvogel identifizieren. Aktuell befindet es sich im siebten Kalenderjahr.

Eines der beiden Wiesenweihenpaare brütete in einem Wintergerstenfeld und brachte dort drei Jungvögel zum Ausfliegen. Das andere Wiesenweihenpaar brütete in einem Roggenfeld, war aber trotz Errichtung eines Schutzzaunes erfolglos. Es konnten nur noch die Überreste der halbgroßen Jungvögel und des Weibchens in unmittelbarer Nestnähe gefunden werden. Die Ursache des Verlustes bleibt unklar. Interessanterweise brütete kaum 100 m von diesem Wiesenweihenbrutplatz entfernt im selben Roggenfeld ein Rohrweihenpaar. Auch diese Brut blieb erfolglos, weil schon frühzeitig das Gelege prädiert worden war.

Die weiteren Rohrweihenbruten entfielen auf 1x in Raps, Brut erfolglos (Gelege prädiert); 1x in Tritikale, Brut erfolglos (Gelege prädiert); 1x in Wintergerste, Brut erfolglos (Trotz vorheriger Absprache wurden die im Nest befindlichen Jungvögel aus Versehen ausgemäht noch bevor eine Schutzzone eingerichtet werden konnte.); 2x in Wintergerste, Bruten in Schutzzonen erfolgreich mit 3 bzw. 4 Jungvögeln; 1x in Brachfläche, speziell für den Weihenschutz angelegt, Brut erfolgreich mit 3 Jungvögeln. Insgesamt waren also vier der sieben nachgewiesenen Rohrweihenbrutpaare erfolgreich und brachten 10 Jungvögel zum Ausfliegen. Dies ist trotz einiger Verluste immer noch ein relativ gutes Ergebnis. Unter den Verlustursachen spielt Prädation (vornehmlich wohl durch den Fuchs) eine große Rolle.

Warum in diesem Jahr so viele Weihenpaare aufgetaucht sind, lässt sich nicht eindeutig beantworten. Ein ausgesprochen gutes Mäusejahr war 2026 sicherlich nicht, wenngleich lokal auch hohe Mäusedichten nachgewiesen werden konnten. Es wird spannend sein, wie sich die Bestände beider Arten in den nächsten Jahren entwickeln.

Der Dank der OAG geht an die aktiven Weihenschützer der ABU für ihre Bemühungen und an die Landwirte, die die Schutzmaßnahmen unterstützt haben.

Wiesenweihe jagt in den Hemmerder Wiesen am 07.07.
Wiesenweihe jagt in den Hemmerder Wiesen am 07.07. und … (Foto: H. Knüwer)
… zieht dann in südlicher Richtung ab.
… zieht dann in südlicher Richtung ab. (Foto: H. Knüwer)
Diese junge Wiesenweihe wurde in einem nicht gemähten Teilstück eines Getreidefeldes groß und kann bald die Reise in den Senegal oder in ein anderes afrikanisches Land antreten.
Diese junge Wiesenweihe wurde in einem nicht gemähten Teilstück eines Getreidefeldes groß und kann bald die Reise in den Senegal oder in ein anderes afrikanisches Land antreten. (Foto: Patrick Hundorf)
schon gut flugfähige junge Wiesenweihe im Unnaer Osten am 29.07.26 (
schon gut flugfähige junge Wiesenweihe im Unnaer Osten am 29.07.26 (Foto: H. Knüwer)
Die junge Rohrweihe ist bereits flugfähig und hat die in einem Gerstenfeld eingerichtete Schutzzone verlassen. – 09.07.26
Die junge Rohrweihe ist bereits flugfähig und hat die in einem Gerstenfeld eingerichtete Schutzzone verlassen. – 09.07.26 (Foto: H. Knüwer)
Das Rohrweihenweibchen (oben) hat gerade dem Jungvogel (unten) eine Feldmaus übergeben. – 09.07.26
Das Rohrweihenweibchen (oben) hat gerade dem Jungvogel (unten) eine Feldmaus übergeben. – 09.07.26 (Foto: H. Knüwer)
Ein zweiter Jungvogel (beachte die unterschiedlich gefärbte Kopfoberseite im Vergleich zum vorhergehenden Foto) landet in der Schutzzone. Insgesamt waren es in diesem Fall drei Jungvögel, die ausgeflogen sind. – 09.07.26
Ein zweiter Jungvogel (beachte die unterschiedlich gefärbte Kopfoberseite im Vergleich zum vorhergehenden Foto) landet in der Schutzzone. Insgesamt waren es in diesem Fall drei Jungvögel, die ausgeflogen sind. – 09.07.26 (Foto: H. Knüwer)
Das Männchen macht sich auf, weitere Nahrung für den Nachwuchs zu beschaffen. – 09.07.26
Das Männchen macht sich auf, weitere Nahrung für den Nachwuchs zu beschaffen. – 09.07.26 (Foto: H. Knüwer)
Eine weitere Maus wird vom Männchen übergeben. – 12.07.26
Eine weitere Maus wird vom Männchen übergeben. – 12.07.26 (Foto: H. Knüwer)
Der Jungvogel muss noch viel üben. Hier verfehlt er die Maus und versucht, sie in einem weiteren Versuch doch noch in der Luft zu erwischen. – 12.07.26
Der Jungvogel muss noch viel üben. Hier verfehlt er die Maus und versucht, sie in einem weiteren Versuch doch noch in der Luft zu erwischen. – 12.07.26 (Foto: H. Knüwer)
Diese beiden Rohrweihenjungvögel können schon sehr gut fliegen. Ihre Streifzüge werden immer ausgedehnter – hier in den Hemmerder Wiesen am 15.07.26. Obwohl beide aus derselben Brut hervorgegangen sind, sehen sie doch hinsichtlich der Kopfzeichnung sehr unterschiedlich aus.
Diese beiden Rohrweihenjungvögel können schon sehr gut fliegen. Ihre Streifzüge werden immer ausgedehnter – hier in den Hemmerder Wiesen am 15.07.26. Obwohl beide aus derselben Brut hervorgegangen sind, sehen sie doch hinsichtlich der Kopfzeichnung sehr unterschiedlich aus. (Foto: H. Knüwer)

Bönen/NSG Lettenbruch: Wespenbussard, Mäusebussard, Turmfalke, Steinkauz, Neuntöter, Schmetterlinge etc. am 29.07.-04.08.2026 (C. Rethschulte)

Am gestrigen Vormittag gegen 10.10h erneut (vgl. meine Meldung vom 28.07.) ein Wespenbussard (m) aus östlicher Richtung über unsere Siedlung fliegend, um dann gen Westen – NSG Lettenbruch – abzutauchen. Somit verdichten sich Hinweise auf ein im Umfeld ansässiges Wespenbussardpaar, wobei weiterhin offen bleibt, ob und wo sie Nachwuchs haben (03.08.26, Foto: C. Rethschulte).
Ebenfalls vor Ort zu sehen dieser Mäusebussard ….
…. und dieser Turmfalke (03.08.26, Fotos: C. Rethschulte).
Im Garten sonnt sich dieser Zilpzalp (03.08.26, Foto: C. Rethschulte).
Auf einer Hofstelle im Bereich des NSG Sandbachtal erneut drei Steinkäuze und – für mich erstmalig dort – eine zur nächtlichen Jagd abfliegende Schleiereule (29.07.26, Foto: C. Rethschulte).
Im Bereich Nordbögge/Schmerhöfel mindestens zwei Neuntöter auf einem Getreideacker ….
…. dort auch diese (vermutlich) Kleinen Kohlweißlinge am derzeit wieder negativ ins Gerede geratenen Jakob-Greiskraut. Sie ist und bleibt eine zu uns (Dtschld, Europa) gehörende Wildstaude (29.07.26, Fotos: C. Rethschulte).
Last but not least, Badespaß mit unserem Rotkehlchen-Nachwuchs ….
…. in der Vogeltränke (04.08.26, Fotos: C. Rethschulte).

Fröndenberg/Schwerte: Brand im NSG „Kiebitzwiese“ und trockene Bäche am 01.08.2026 (A. Matull)

Eine umfangreiche Suche nach der Turteltaube vom 18.07.2026 im Schwerter Elsebachtal blieb leider erfolglos. Bei dieser Gelegenheit wurde jedoch überdeutlich, wie gravierend die anhaltende Trockenheit die Gewässer belastet: Sowohl der dortige charakteristische Elsebach als auch der Lollenbach sind derzeit komplett trocken gefallen. Diese fortschreitende Austrocknung der Natur erhöht das Brandrisiko im Freiland extrem – eine Erinnerung daran, wie sensibel die Vegetation aktuell auf kleinste Funken oder Unachtsamkeiten reagiert.

Die akute Dürre begünstigte am gestrigen Nachmittag auch einen Flächenbrand im Naturschutzgebiet „Kiebitzwiese“ in Fröndenberg. Gegen 15:30 Uhr gerieten am neuen Aussichtshügel an der Werner-von-Siemens-Straße ca. 1.000 m² Fläche in Brand. Dank des raschen Einsatzes der Feuerwehr konnten die Flammen zeitnah gelöscht werden.

In diesem Zusammenhang ermittelt die Polizei NRW Unna, sucht nach Zeugen und hat unter nachfolgendem Link eine detaillierte Pressemitteilung veröffentlicht:
https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/65856/6325587

Deutlich erkennbares Ausmaß der Brandfläche im NSG Kiebitzwiese am neuen Aussichtshügel. 02.08.2026 (Foto: H.Knüwer)
Durch das dichte, unwegsame Gelände musste mutmaßlich von den Einsatzkräften eine Kopfweide gefällt werden, um den Brandherd besser zu erreichen. 02.08.2026 (Foto: H.Knüwer)
Verbrannte Flora im Nahbereich des Brandorts. 02.08.2026 (Foto: H.Knüwer)
Die verkohlte Bodenbedeckung verdeutlicht, wie rasch sich das Feuer durch die ausgetrocknete Vegetation gefressen haben muss. 02.08.2026 (Foto: H.Knüwer)
Der Brand reichte bis unmittelbar an den Bereich der Aussichtsplattform heran. 02.08.2026 (Foto: H.Knüwer)

Schwerte: Wespenbussard, Wanderfalke, Waldohreule, Kolkraben, Neuntöter, Sperber, beginnender Zug der (Wiesen-) Schafstelzen u. a. am 01.08.2026 (A. Matull)

Anfang August zeigt sich jedes Jahr das gleiche gewohnte Bild: Die Landschaft wirkt im Vergleich zum Frühjahr stellenweise fast wie ausgestorben. Der morgendliche Gesang ist nahezu vollständig verstummt und viele Vögel führen – teilweise auch bedingt durch die kräftezehrende sommerliche Mauser – ein extrem heimliches Leben. Dabei ist paradoxerweise genau jetzt der jahreszeitliche Höhepunkt der Individuenzahl erreicht, da unzählige diesjährige Jungvögel das Revier bevölkern.

​Bei einer 8 Kilometer langen Wanderung durch das Schwerter Ruhrtal und die unmittelbare Umgebung konnten neben einer Neuntöter-Familie mit 3 Diesjährigen mehrere Familien von Dorn- und Gartengrasmücken beobachtet werden. Die bereits gemähten Felder lockten insgesamt 16 Graureiher sowie 2 adulte Weißstörche an.

Auf einer beweideten Fläche fielen zudem mindestens 20 Wiesenschafstelzen auf – ein Indikator dafür, dass der Wegzug für diese Art bereits wieder eingeläutet ist. Abgeerntete Getreidefelder wurden gleichzeitig von Ringeltauben, Hohltauben, Dohlen, Raben- und Saatkrähen zur Nahrungssuche genutzt. Genau diese Ansammlung geriet ins Visier eines wahrscheinlich diesjährigen Wanderfalken, dessen Attacke jedoch erfolglos blieb.

​Darüber hinaus gelang die Beobachtung von einem Rotmilan, 2 Sperbern und 2 Kolkraben.

Des Weiteren bettelte nach wie vor eine der unlängst gemeldeten diesjährigen Waldohreulen. Der Aktionsradius von etwa 500 Metern rund um den Brutplatz wurde von den Jungvögeln bei mehrfachen Nachkontrollen bisher kontinuierlich eingehalten.
​Als absolutes Highlight des Vormittags bleibt jedoch ein männlicher Wespenbussard festzuhalten, der mit einer Wabe in den Fängen im Tiefflug vorüberzog und damit zum jetzigen Zeitpunkt einen sicheren Brutnachweis liefert.

Waben tragender männliche Wespenbussard im Schwerter Ruhrtal am 01.08.2026 (Foto: Andre Matull)

Bönen/NSG Lettenbruch: Wespenbussard, Rotmilan, Mittelspecht, Kleiber, Zilpzalp, Nierenfleck-Zipfelfalter, Kaisermantel, Admiral etc. am 28.07.2026 (C. Rethschulte)

Heute Mittag gegen 12.00h zieht dieses Wespenbussard-Weibchen gemeinsam mit einem wohl diesjährigen Rotmilan aus nördlicher Richtung kommend in Richtung Altenbögge ….
…. während der Rotmilan seinen Flug anschließend gen Süden fortsetzt, kreist der Wespenbussard minutenlang über Altenbögge bzw. dem NSG Lettenbruch und fliegt anschließend mit entsprechender Windunterstützung zurück in Richtung Nordbögge (Norden)…
…. hier der sie phasenweise begleitende juvenile Rotmilan – u.a. erkennbar an seinem hellen, fast ungestricheltem Kopf und grauer Iris (28.07.26, Fotos: C. Rethschulte).
Heute erneut im Garten an der Fütterung dieser wohl im NSG Lettenbruch sesshafte Mittelspecht (28.07.26, Foto: C. Rethschulte).
Ebenfalls aus dem NSG L. zu Besuch im Garten mindestens ein Kleiber
… und zwei Zilpzalpe, evt. Geschwister ….
…. die unsere Vogeltränke zur Erfrischung nutzen ….
…. In gleicher Weise verfährt auch diese Jung-Blaumeise (28.07.26, Fotos: C. Rethschulte).
Für mich heute erstmals im Garten dieser Nierenfleck-Zipfelfalter (Thecla batulae), ein zur Familie der Bläulinge gehörender Falter. Der an der Oberseite dunkelbraune Nierenfleck-Zipfelfalter verdankt seinen Namen dem orangen, nierenförmigen Fleck auf dem Vorderflügel. Diesen weisen allerdings nur die Weibchen auf. Lebensräume dieser Schmetterlingsart sind Schlehengebüsche und die Ränder von Laubwäldern. An manchen Stellen bewohnen die Tiere auch Obstbäume. Zu beobachten sind sie In Deutschland, der Schweiz und Österreich von Ende Juli bis Oktober. Sie fliegen in einer Generation, Überwinterung im Ei (vgl. die NABU-Ausführungen zu diesem Schmetterling) ….
…. sowie erneut ein Kaisermantel ….
…. und ein Admiral (28.07.26, Fotos: C. Rethschulte).

Hamm/Bönen: Wespenbussard, Mäusebussard, Türkentaube, Heckenbraunelle, Admiral, Gr. Ochsenauge, Hausmutter, Kaisermantel, Taubenschwänzchen am 21.-22.07.2026 (C. Rethschulte)

Ausgangspunkt für meinen gestrigen Besuch des nördlichen Teils der Sandbochumer Heide war u.a. die Ornitho-Meldung eines Wespenbussards aus dem NSG Tibaum/Scheringteiche – Hamm von Frederik Holthoff (So., 19.07.26). Um nichts zu verpassen, fotografierte ich jeden bussardähnlichen Greifvogel, der mir zu Gesicht kam, auch aus weiter Entfernung. In der hier vorliegenden Vergrößerung entpuppt sich dieser Bussard dann tatsächlich als Wespenbussard. Meiner Einschätzung nach befand er sich während der Aufnahmen südlich vom NSG Tibaum, vermutlich im Bereich zwischen Dortmunder und Romberger Straße (21.07.26, Foto: C. Rethschulte).
In der Sandbochumer Heide auch dieser juvenile Mäusebussard ….
….. und dieses Türkentaubenpaar (21.07.26, Fotos: C. Rethschulte).
Im eigenen Garten heute zwei diesjährige Heckenbraunellen, emsig bei der Futtersuche (22.07.26, Foto: C. Rethschulte).
Nun zu den Schmetterlingen im eigenen Garten: hier ein Admiral ….
…. und ein Großes Ochsenauge am Wasserdost ….
…. diese Hausmutter – ein Nachtfalter – hatte sich tagsüber in der Trockenwäsche auf der Terrasse versteckt ….
….. auf der Rosenblüte ein Kaisermantel ….
…. und am Phlox – wie gehabt – ein Taubenschwänzchen (21.07.26, Fotos: C. Rethschulte).

Fröndenberg/Schwerte: Turteltaube, Schwarzspechte, Grauschnäpper, Waldlaubsänger, Haubenmeisen, Silberreiher, Kiebitze, Girlitze, Wasserrallen, Kolkraben, Neuntöter, Hohltaube, Flussuferläufer u.a. vom 18.-20.07.2026 (K.&A.Matull)

Am Samstag (18.07.) gelang im Schwerter Elsebachtal eine völlig unverhoffte Beobachtung: Eine gurrende Turteltaube konnte zuerst akustisch vernommen und nach langem Ausharren auch fotografisch belegt werden. Das Gebiet ist durch ein abwechslungsreiches Mosaik aus offener Kulturlandschaft, lichten Bachauen und altholzreichen Laubmischwaldstrukturen geprägt. Zudem gelangen in der näheren Umgebung weitere Beobachtungen: Neben zwei Schwarzspechten fielen etwa vier Haubenmeisen auf. In einem im Frühjahr erfassten Revier konnte zudem Nachwuchs bei den Grauschnäppern bestätigt werden. Des Weiteren wurden mindestens drei Waldlaubsänger bei lebhaften Verfolgungsflügen in einem bekannten Revier beobachtet, wobei sie ihren typischen Gesang kurz erklingen ließen, sodass eine Artverwechslung ausgeschlossen und eine erfolgreiche Brut naheliegend ist. Auf einer Kalamitätsfläche hielten sich zwei diesjährige Neuntöter auf.

Bei einer heutigen Nachkontrolle (20.07.) konnte die Turteltaube nicht mehr nachgewiesen werden. Ergänzende Arten zu Samstag waren heute im Gebiet unter anderem zwei Kernbeißer, ein Gimpel (1,0), eine Gebirgsstelze, zwei bettelnde Mäusebussarde, eine Hohltaube sowie mehrere Bunt- und Grünspechte.

Gestern (19.07.) konnte zudem eine erfolgreiche Brut für die Girlitze im Industriegebiet nördlich der Kiebitzwiese in Fröndenberg nachgewiesen werden, wo sich mindestens zwei nahrungssuchende Individuen zwischen Zypressen und einer Hängebirke bewegten, während ein Vogel ausgiebig exponiert sang. Mindestens ein anwesender, diesjähriger Jungvogel konnte anhand seines stark gestreiften, braungrauen Jugendkleids ohne gelbe Federpartien bestimmt werden, während er den nahrungssuchenden Altvögeln folgte. Zudem ließen sich in der Sichlerbucht auf der Kiebitzwiese mindestens zwei Wasserrallen mit ihren charakteristischen Lautäußerungen tief aus den Binsen vernehmen. Am Rande der Kiebitzwiese am Neimener Bach Richtung Sichlerbucht hielt sich eine Neuntöter-Familie mit drei diesjährigen Jungvögeln auf.

Im Wassergewinnungsgebiet in Holzwickede u. a. drei Silberreiher und drei Kiebitze, davon mindestens ein diesjähriger. Als ergänzende Information sei hier erwähnt, dass ein Kiebitzpaar im Frühjahr dort erfolgreich gebrütet hatte und Ende April vier Pulli führte. (Beob.: M. Michaelis)

Heute auf der Röllingwiese in Schwerte u.a. ein rastender Flussuferläufer.


Das typische sommerliche Gurren der Turteltaube, das vielen Menschen aus früheren Sommern noch als allgegenwärtig in Erinnerung ist, stellt heute eine extreme Seltenheit dar. Auch wenn eine einmalige akustische Feststellung Mitte Juli einen erfreulichen temporären Nachweis liefert, aber noch kein sicheres (Brut-)Revier bedeutet, zeigt sie doch, dass die Art die Region nutzt. Laut aktuellen Daten (vgl. Brüggeshemke et al. 2025) bieten großflächige Waldschäden durch Dürre und Borkenkäfer mancherorts neue, lichte Strukturen, die theoretisch als potenzielle Habitate fungieren können- Bedingungen, wie sie durch diese Dynamiken in den letzten Jahren auch im Elsebachtal vermehrt vorzufinden sind. 18.07.2026 (Tonaufnahme: Andre Matull)
Wenn man sich vor Augen führt, welche drastischen Bestandseinbrüche mit ca. 75 % seit den späten 1990ern diese Art in den letzten Jahrzehnten verzeichnen musste (Brüggeshemke et al. 2025), wird das ganze Ausmaß der Krise deutlich. Als Vogel des Jahres 2020 in Deutschland stand sie als erste Art global gefährdet auf der weltweiten Roten Liste der IUCN (Weltnaturschutzunion). Es ist ein Paradoxon: Während fast jeder die liebevolle Bezeichnung „Ihr Turteltäubchen“ aus dem Alltag kennt, wissen die allermeisten Menschen heute gar nicht, wie dieser Vogel überhaupt aussieht. Neben der starken Bejagung während des Zugs wird diese dramatische Entwicklung vor allem auf die Intensivierung der Landwirtschaft und den damit einhergehenden Verlust ihrer Nahrungsgrundlage – insbesondere von Ackerbeikräutern – zurückgeführt (Brüggeshemke et al. 2025). Aus naturschutzfachlicher Sicht hochgradig kontraproduktiv stellt sich dazu die Situation auf den Zugwegen dar: Nach einer spürbaren Erholung, weil die Jagd auf dem westeuropäischen Zugweg in Portugal, Spanien und Frankreich vorübergehend für die Jahre 2021 bis 2024 einstellte, wurde dieses Jagdmoratorium in 2025 leider nicht aufrechterhalten (Brüggeshemke et al. 2025). Die weiterhin legale Bejagung dieses hochgradig bedrohten Vogels in Südeuropa bleibt angesichts des Gefährdungsstatus ein eklatantes Defizit im internationalen Artenschutz. Aus all diesen Gründen macht dieser fotografische Blick aus dem Schwerter Elsebachtal auf die Kostbarkeit dieses Augenblicks überaus spürbar und stimmt gleichzeitig zutiefst demütig. 18.07.2026 (Foto: Andre Matull)

Quelle für die Fachdaten: Brüggeshemke, J., K. Berlin, R. Dröschmeister et al. (2025): Vögel in Deutschland – ADEBAR 2. DDA, BfN, LAG VSW; Münster.


Grauschnäpper mit Beute für den Nachwuchs am 18.07.2026. (Foto: Andre Matull)
Grauschnäpper-Altvogel (links) und frisch ausgeflogener, diesjähriger Jungvogel (rechts) mit markant geflecktem Jugendgefieder am 18.07.2026. (Foto: Andre Matull)
Einer der beiden Schwarzspechte auf Nahrungssuche im Totholzbestand am 20.07.2026. (Foto: Andre Matull)
Singender Girlitz am Rande der Kiebitzwiese am 19.07.2026. (Foto: Andre Matull)
Rehbock auf „Kneippkur“ im Vernässungsbereich der Kiebitzwiese am 19.07.2026 – mangels gefiederter Besucher der einzige Gast zu Wasser. (Foto: Klaus Matull)
Die Brutsaison 2026 neigt sich dem Ende zu und alle sieben flugfähigen Jungstörche werden sich bald auf den Weg machen. Ein besonderer Anblick war in dieser Saison der Hochsitz (unten, vier Jungvögel) als eher seltener Brutplatz, der den erfolgreichsten Brutplatz mit der höchsten Anzahl an Jungvögeln im westlichen Ruhrtal des Kreises Unna für Fröndenberg und Schwerte aufwies. 19.07.2026 (Foto: Klaus Matull)
Analog zum Nachwuchs auf der Kiebitzwiese präsentieren sich an der Röllingwiese in Schwerte drei flugfähige Jungstörche von der dortigen Nisthilfe aktiv und eigenständig beim Nahrungserwerb im Wasser. 20.07.2026 (Foto: Klaus Matull)
Ein rastender Flussuferläufer auf der Röllingwiese in Schwerte als typischer Gast des beginnenden Limikolen-Wegzugs. 20.07.2026 (Foto: Klaus Matull)

Bönen/Hamm: Rotmilan, Wachtel, Mäusebussard, Turmfalke, Steppenmöwe, Mittelspecht, Buntspecht, Kleiber, Ringeltaube am 17./18.07.2026 (C. Rethschulte)

Bei meinem ersten Besuch im Hammer NSG Donauer Bach gleich zwei für mich imposante Beobachtungen: zunächst dieser Rotmilan – und im Bereich der Friedrich-Lange-Straße eine vor mir vom Rand eines Runkelrüben-Ackers auffliegende Wachtel; sie flog zunächst nur ca. 20m weiter, meine weitere Annäherung quittierte sie allerdings mit einem Abflug auf die andere Seite der genannten Straße (17.07.26, Foto: C. Rethschulte).
Gestern auf einem abgeernteten Acker bei Nordbögge dieser Turmfalke auf Mäusejagd ….
…. ähnliche Ambitionen sind wohl auch diesem Mäusebussard der helleren Morphe zu unterstellen (18.07.26, Fotos: C. Rethschulte).
Etwas anders gelagert scheint das Interesse dieses Artgenossen zu sein, hat er sich doch auf eine der kleinen Schutzhütten einer Hühnerwiese in Weetfeld niedergelassen (17.07.26, Foto: C. Rethschulte).
Am gestrigen Vormittag über unseren Garten in westliche Richtung fliegend zwei (vermutlich) Steppenmöwen ….
…. auf der Anfluglinde erneut ein Mittelspecht ….
…. ein diesjähriger Buntspecht – noch mit rotem Scheitel ….
…. ein Kleiber ….
…. und eine wohl diesjährige Ringeltaube, erkennbar u.a. an dem noch fehlenden weißen Halsfleck und einer noch gräulichen Iris (18.07.26, Fotos: C. Rethschulte). Auf meiner anschließenden Radtour in die Sandbochumer Heide erneut Fehlanzeige in Sachen Wespenbussard. Die Liste der von mir dort beobachteten Vögel kann auf Ornitho eingesehen werden.

ADEBAR 2: Wo sind eigentlich die Feldsperlinge geblieben? (Ralf Joest, NWO)

Feldsperling Foto: Hermann Knüwer

Das Schöne an der ADEBAR 2 Kartierung ist, dass man praktisch gezwungen ist, auch mal in der „Normallandschaft“ zu kartieren und nicht einfach wie alle anderen zur Beobachtungshütte ins nächste Feuchtgebiet zu fahren. Das schärft den Blick für die kleinen Besonderheiten in der unmittelbaren Umgebung. Anstatt darauf zu hoffen, dass gefühlt 73te Foto von derselben Knäk- oder Moorente zu machen hat man Gelegenheit, sich mit den unscheinbaren Arten der Kulturlandschaft zu beschäftigen, die man oft einfach „abhakt“. 

Bei meinen ADEBAR 2 – Rundgängen in den Dörfern der Hellwegbörde war in diesem Jahr das ganze Spektrum der Avifauna der Dörfer erfreulich gut vertreten. Dies reichte von Türkentaube über Grauschnäpper und beiden Schwalbenarten bis zu Hausrotschwanz und Bluthänfling. Besonders auffällig waren noch viele Stare, und auf fast jedem Kamin eine Dohle. Auch Haussperlinge waren recht häufig anzutreffen. Dagegen scheint der Feldsperling nahezu vollständig aus der Landschaft verschwunden zu sein: jedenfalls hatte ich Mühe, die Art auf den drei von mir bearbeiteten Quadranten nachzuweisen. Erst gegen Ende der Saison ist es mir schließlich doch noch gelungen, an einer der für diese Region typischen Obstbaumalleen entlang der grünen Feldwege kurz vor meiner Haustür einige Bruten zu finden.

Der Feldsperling war noch vor wenigen Jahren in der Hellwegbörde regelmäßig und weitverbreitet anzutreffen. Bei der letzten ADEBAR Kartierung für den Zeitraum 2005 bis 2009 wurden für die drei Quadranten mit typischer Bördelandschaft noch mehr als 50 bzw. zweimal mehr als 150 Reviere angegeben. Für die Rheinische Börde wies Michael Kuhn schon vor einigen Jahren in einem bemerkenswerten Charadrius – Artikel auf den dramatischen Rückgang der Art hin. Auch bundesweit ist der Feldsperling nach den Daten des Monitorings häufiger Brutvögel erheblich zurückgegangen. Die Ursachen für diese drastische Entwicklung werden zurzeit erforscht. Vermutet werden u.a. Pestizide, Krankheiten oder Nahrungsmangel zur Brutzeit oder im Winterhalbjahr. Ein einzelner, entscheidender Faktor ließ sich aber bislang nicht identifizieren. Die Rückgänge gerade bei den Feldvögeln sind sicher nur durch das Zusammenwirken mehrerer Faktoren zu verstehen. Klar ist aber, dass diese Arten von Maßnahmen zur Aufwertung der Agrarlandschaft profitieren.

Dieses kleine Beispiel zeigt, dass die für ADEBAR 2 erhobenen Daten eine unverzichtbare Grundlage für die Argumentation im Vogelschutz sein werden. Nur durch die wiederholte Erfassung aller, auch der sogenannten Allerweltsarten, können wir bemerken, wie deren Bestände sich verändern. Die Auswertung der kartierten Daten gibt Einblicke in die Dynamik der Brutvogelbestände in der eigenen Umgebung, aber auch landes- und bundesweit. Es wird sicher spannend, das Kommen und Gehen der Arten auch auf dem eigenen Quadranten verfolgen zu können: Helfen sie mit!

Obstbäume in der Hellwegbörde Foto: Ralf Joest

Kreis Unna/Bönen: Wiesenweihe, Turmfalke, Kolkrabe, Kernbeißer, Grünspecht etc. am 13.07.2026 (C. Rethschulte)

Im Bönener Industriegebiet dieser Turmfalke (13.07.26, Foto: C. Rethschulte).
Überfliegend im Bereich der Hemmerder Wiesen diese weibliche Wiesenweihe ….
…. etwas später auch ihr männliches Pendant (13.07.26, Fotos: C. Rethschulte).
Kommt nicht so häufig vor: ein unseren Garten überfliegender Kolkrabe ….
…. etwas häufiger kommt schon einmal der männliche Kernbeißer zu Besuch und findet Fressbares ….
…. ebenso wie dieser wohl männliche Grünspecht, erkennbar an der roten Wangenstreifmitte – bei Weibchen ist der Wangenstreif durchgehend schwarz (13.07.26, Fotos: C. Rethschulte).
Inzwischen regelmäßig im Garten präsent sind Rabenkrähen (11.07.26, Foto: C. Rethschulte).

Bönen/Coesfeld: Steinkauz, Rohrweihe, Wespenbussard, Weißstorch, Gartenrotschwanz, Rotkehlchen, Taubenschwanz, Waldbrettspiel etc. am 10./11./12.07.2026 (C. Rethschulte)

Im Bereich Hemmerde eine Rohrweihe (10.07.26, Foto: C. Rethschulte).
Im Bönener Süden auf einem Bauernhof diesjährige Steinkauz-Geschwister ….
…. ein Elternteil immer in der Nähe und zur abendlichen Nahrungsversorgung bereit (10.07.26, Foto: C. Rethschulte).
Da Wespenbussard-Meldungen innerhalb des Kreises Unna derzeit rar geworden sind, bin ich gestern in den nördlich angrenzenden Kreis Coesfeld (NSG Venner Moor bei Senden, NSG Davert) gefahren, um dort Ausschau zu halten. Im Verlaufe meiner Wanderung zeigte sich dieser weibliche (?) Wespenbussard im NSG Davert (11.07.26, Foto: C. Rethschulte).
Zu meiner großen Überraschung sehe ich dann heute Vormittag gegen 08.40h – im Garten sitzend – diesen männlichen Wespenbussard bereits weit entfernt in östlicher Richtung aufsteigen. Die Richtung der Sichtung passt zu meiner früheren Beobachtung eines weiblichen Wespenbussards (07.05.26). Wo aber könnte der Horst sein, wenn es denn eine Brut gibt? (12.07.26, Foto: C. Rethschulte).
In der NABU-Weidelandschaft Davert/NSG Emmerbachaue u.a. auch dieser Storchenhorst mit wohl vier Jungstörchen (11.07.26, Foto: C. Rethschulte).
Im Venner Moor bei Senden ist dieser etwas kopfvermausert anmutende Gartenrotschwanz zu hören und zu sehen ….
…. dort auch ein diesjähriges Rotkehlchen, eine unbestimmte (Wald -?)Eidechse und eine unbestimmte Schlange (evt. junge Kreuzotter?) ….
…. als auch dieses Waldbrettspiel (11.07.26, Fotos: C. Rethschulte).
Im Garten vorgestern erneut ein Taubenschwänzchen mit eindeutiger Vorliebe für den weißen Phlox (10.07.26, Foto: C. Rethschulte).

Menden/Arnsberg: Wespenbussard, Grauschnäpper, Mittelspecht, Grünspechte, Hohltaube, Kolkraben, Neuntöter, Haubenmeise, Tannenmeise, Kernbeißer, Sommergoldhähnchen, Wintergoldhähnchen, Goldammern und wenig Schmetterlinge…..am 11.07.2026 (Andre Matull und Gregor Zosel)

 
Unsere heutige 6 stündige Exkursion ins „NSG Bieberbach und Luerwald“ starteten wir in der Nachbargemeinde des Kreises Unna am Wanderparkplatz an der Bieberstraße. Auf unserem Weg konnten wir u.a. folgendes beobachten: 1 Wespenbussard, 3 Rotmilane, 2 Mäusebussarde, 1 Mittelspecht, mind. 5 Buntspechte (1 dj.), 4 Grünspechte, mind. 11 Neuntöter (darunter mehrere flügge Jungvögel, die noch gefüttert wurden), 2 Kolkraben, mind. 3 Eichelhäher, 1 Hohltaube, 1 Grauschnäpper, mind. 6 Dompfaffe, 3 Kernbeißer, 3 Tannenmeisen, 1 Haubenmeise, 10 Goldammern, 2 Sommergoldhähnchen, 1 Wintergoldhähnchen, 1 singender Fitis, 3 singende Gartengrasmücken, 3 Feldlerchen, 2 Bluthänflinge, mind. 14 Grünfinken, ca. 30 Stare sowie mind. 2 Misteldrosseln. Schmetterlinge am Wegesrand waren heute rar. Zwar einzelne Landkärtchen aber z.B.  kein einziger Kaisermantel.

Männlicher Wespenbussard im NSG „Bieberbach und Luerwald“…..am 11.07.2026 (Foto: Andre Matull)

Rotmilan im Landeanflug…..am 11.07.2026 (Foto: Andre Matull)

Neuntöter auf einem Zaunpfahl als Ansitz. Von hier hält er Ausschau nach Nahrung…..am 11.07.2026 (Foto: Gregor Zosel)

Insekt entdeckt und im Sturzflug auf die leckere Beute…..am 11.07.2026 (Foto: Andre Matull)

Neuntöter juv. auf einen der vielen Kahlflächen im Wald…..am 11.07.2026 (Foto: Andre Matull)

Diese sonnende Blindschleiche konnten wir vom Weg vorsichtig vertreiben und so vor den vielen Mountain-Bikern retten…..am 11.07.2026 (Foto: Gregor Zosel)

Landkärtchen mit Scheinbockkäfer (chrysanthia geniculata) links und Gemeinen Smaragdschwebfliegen beim Nektarsammeln…..am 11.07.2026 (Foto: Gregor Zosel)

Kleines Wiesenvögelchen…..am 11.07.2026 (Foto: Gregor Zosel)

Schwarzkolbiger Braun-Dickkopffalter…..am 11.07.2026 (Foto: Gregor Zosel)

Grünader-Weißling…..am 11.07.2026 (Foto: Gregor Zosel)

Zitronenfalter…..am 11.07.2026 (Foto: Gregor Zosel)

Rothalsbock mit Stachelkäfer…..am 11.07.2026 (Foto: Gregor Zosel)

Fröndenberg / Unna: Flussregenpfeifer (Bruterfolg), Weißstörche, Grauschnäpper (Bestandszusammenbruch?!), Kiebitz (Spätbrut), Schmetterlinge u.a., 10.07.2026 (B.Glüer)

In den Hemmerder Wiesen noch immer (flugunfähiger) Kiebitznachwuchs. Drei > 3 Wochen alte Küken, die vermutlich aus einem Nachgelege stammen, das auf einem benachbarten Maisfeld am 20.05. markiert und anschließend vom Landwirt bei der Feldarbeit umfahren worden war. Derzeit werden sie noch auf der südlichen NSG-Fläche nahe dem Aussichtshügel von den Elternvögeln betreut. Dass sogar dieses Gelege erfolgreich war und nach dem Schlupf und Umzug ins Kerngebiet wohl noch vom Schutz des E-Zaunes profitiert haben dürfte, ist ein schöner Erfolg.

Nur bedingt erfreulich ein für mich erster (sicherer!) Brutnachweis von Grauschnäppern (Wassergewinnungsgelände bei Frdbg.-Langschede). Diese Art hat offensichtlich in zurückliegenden Jahren dramatisch abgenommen. Vor ca. zwei Jahrzehnten wurden zum Beispiel von W. Prünte allein in Frdbg.-Bausenhagen bis zu 6 (!) Brutreviere per Klangattrappe nachgewiesen. Auch im eigenen Garten war der Grauschnäpper einst fast regelmäßig Brutvogel mit teils kuriosen Neststandorten (z. B. in einer für Winterfütterung ausgehöhlten Kokosnuss oder 2x in einer zersplitterten Schweglerbruthöhle). Bei erfolgreichen Bruten der letzten Jahre kam es meist auch nur zum Ausfliegen von lediglich 2-3 Jungvögeln.

In der Schmetterlingswelt erfreuen hier und da die Sommergenerationen einzelner Arten: teils zahlreiche Distelfalter als Nachkommen des Einflugs im Frühsommer, nahe Frdbg.-Ostbüren bis zu fünf Kl. Füchse an Feldwegen. Im eigenen Garten bis zu 3 Taubenschwänzchen an größeren Beständen blühenden Seifenkrauts, wo nach Sonnenuntergang auch größere Schwärmer auftauchen (Kiefernschwärmer, Ligusterschwärmer, Windenschwärmer, Mittlerer Weinschwärmer). In den Hemmerder Wiesen heute unter anderem ein Kl. Perlmuttfalter.

Grauschnäpper mit erbeuteter Schwebfliege auf einem Dreinagerohr/Filterbecken (Wassergewinnungsgelände / Frdbg.-Langschede) ansitzend. Als hochspezialiserte Fluginsekten-Jäger scheinen diese geschickten Flieger unter dem globalen Insektenschwund ganz besonders zu leiden. Nur noch sehr verstreut mit wenigen Einzelpaaren sind Grauschnäpper zu finden …, 05.07.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
… der Ansitz vor blütenreicher Kulisse im Wassergewinnungsgelände, wo auch keinerlei Agro-Chemie zum Einsatz kommt, scheint noch ein gewisses Potenzial an Insekten-Beute zu bieten …, 05.07.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
… diesmal ist es ein Tagpfauenauge, das im Flug ergriffen und zur nahen Brut gebracht wird, 05.07.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
… in einem benachbarten Filterbecken hatten auch Flussregenpfeifer Bruterfolg. Einer von drei Jungvögeln zeigt sich hier schon relativ selbstständig …, 05.07.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
… trotzdem behalten die Elternvögel von erhöhten „Wachposten“ alles aufmerksam im Blick…, 05.07.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
… auch ein relativ spätes Rehkitz erblickte hier das Licht der Welt …, 05.07.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
… sehr erfreulich ist auch dieses späte Elternglück in den Hemmerder Wiesen: zwei von drei Kiebitzküken (rechts im Bild mit der wachsamen „Mama“ links außen) können zwar noch nicht fliegen – sind aber „aus dem Gröbsten `raus“ …, 09.07.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
… ebenda werden auch diese fünf „Halbstarken“ noch regelmäßig mit Futter durch die Altvögel versorgt, auch wenn sie längst fliegen können…, 08.07.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
… hier hat die neunjährige „Mama“ (kenntlich an dem Alu-Ring / links) einen ungewöhnlichen Fang gemacht. Ein Maulwurf wurde mit Schnabelhieben minutenlang bearbeitet, bevor er dann im Schlund verschwand, 03.07.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
Einige Schmetterlinge aus der ersten Juli-Dekade (Fröndenberg/Unna), 10.07.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
Im eigenen Garten ein bemerkenswerter Spezialist aus der unüberschaubaren Artenfülle heimischer Wildbienen, von denen vielleicht einige Arten bald verschwunden sind, bevor man sie überhaupt kennengelernt hat: Glänzende Natternkopf-Mauerbiene (Hoplitis adunca). Diese solitär lebende Wildbiene besucht tatsächlich ausschließlich die Blüten des Natternkopfes, um sich und ihre Brut zu ernähren, 06.07.2026 (Foto: Bernhard Glüer)

Bönen/Hamm: Mäusebussard, Sperber, Neuntöter, Rauchschwalbe, Baumpieper, Rohrammer, Heil-Ziest etc. am 07./08.07.2026 (C. Rethschulte)

Am vergangenen Dienstag zeigte sich dieser Mäusebussard über dem HRB Seseke-Bönen. Bei näherem Hinsehen fällt eine Verdickung an seinem Hals auf – ein Geschwür? ….
…. dort auch dieser wohl weibliche Sperber ….
…. im Kleykamp nebenan ist dieser männliche Neuntöter in seinem Revier zu sehen; dort ebenfalls ein mehrfach rufender Feldschwirl und eine Goldammer (07.07.26, Fotos: C. Rethschulte).
Auf meiner gestrigen Radtour durch die Sandbochumer Heide kam es im LSG Kerstheide zu einer schönen und klangvollen Begegnung mit einem männlichen Baumpieper (Anthus triviales), den ich eine ganze Zeit lang (15-20 Minuten) aus einer sich in unmittelbarer Nähe befindenden Eiche lauthals singend hören konnte ….
…. nicht nur hören konnte ich ihn, sondern auch erstmalig mehrere einer Singflüge beobachten. Singflüge dienen vornehmlich der Reviermarkierung.
In einem vom Zigaretten-Bilderdienst Altona-Bahrenfeld 1936 herausgegebenen Sammelband mit dem Titel Aus Deutschlands Vogelwelt beschreibt der Verfasser den Gesang des Baumpiepers folgendermaßen: “ … Mit Vorliebe sitzt der Vogel auf Baum- und Buschspitzen, um hier seinen lauten, kanarienvogelartigen, pfeifenden und trillernden Gesang vorzutragen. Dabei schwingt er sich gewöhnlich in schräger Richtung in die Luft, verweilt hier eine Zeitlang und schwebt schließlich (…. mit hängenden Beinen und starren Flügeln, meine Anmerkung) in schönem Bogen wieder auf seinen Sitzplatz zurück ….“ (S. 95) – manchmal ist es auch eine neue Singwarte.

Baumpieper sind Weitstreckenzieher, die sich zwischen April und August/September in ihren europäischen Brutgebieten aufhalten. Das Weibchen bebrütet in der Regel ihre fünf Eier allein. Das vom Weibchen allein gebaute Nest befindet sich am Boden unter Grasbüscheln, Farnen oder niedrigem Gebüsch. Die Fütterung der Jungen übernehmen beide Elternteile. Etwa am 25. Lebenstag des Nachwuchses stellen die Eltern die Nahrungsversorgung ein, beginnen evt. mit einer zweiten Brut oder bereiten sich auf den Rückflug in die Überwinterungsgebiete vor. Baumpieper überwintern in den Hochgras-Savannen West- und Ostafrikas.

Etwa haussperlinggroß, jedoch schlanker und graziler als dieser, wiegt ein Baumpieper während der Fortpflanzungszeit um die 23g. Dieses Gewicht kann sich zu Beginn des Herbstzuges auf um die 30g steigern, aber während des Rückfluges nach Afrika bis auf bislang gemessene 16g schmelzen. Laut Wikipedia steht der Baumpieper in Deutschland und in der Schweiz auf der Liste der bedrohten Tierarten und gilt heute als vom Aussterben bedroht (08.07.26, Fotos: C. Rethschulte).
Im nahegelegenen HRB Pelkumer Bach II mehrere Rohrammer, ca. zehn Mehlschwalben, etliche Haussperlinge, Stieglitze ….
…. und ein nahrungssuchender Mäusebussard (08.07.26, Fotos: C. Rethschulte).
Im Bereich eines neu angelegten Hochwasserrückhaltebeckens in der Nähe der Halde Sundern ein weiteres Neuntöter-Revier mit zwei Jungvögeln ….
…hier wurde gerade einer der beiden vom männlichen Elternteil mit einer Libelle versorgt…
….. vor Ort auch ca. zehn Rauchschwalben, eine Nachtigall, eine Goldammer, mehrere Stieglitze, eine Mönchs- und eine Gartengrasmücke (08.07.26, Fotos: C. Rethschulte).
Bereits am vergangenen Dienstag entstand dieses Foto mit Heilziest-Stauden (Betonica officinalis) im NSG Lettenbruch – früher eine bedeutsame Heilpflanze, heute noch immer wichtig für Hummeln und Schmetterlinge, leider im Kreis Unna bzw. in Hamm bereits seltener zu finden – (06.07.26, Foto: C. Rethschulte).