Am Montag (09.02.) auf der Ruhr in Schwerte „Am Mühlenstrang“ 3 Schellenten (1,2). Auf Höhe des Geiseckesees 134 nach Osten überfliegende Kiebitze. Des weiteren 2 artreine Trupps nahrungssuchender Wacholderdrosseln in der Nähe der Schoofs-Brücke (> 100) sowie weitere > 70 auf einem Feld in der Nähe des Gutshofs „Wellenbad.“ Ebenda seit mind. gestern ein Weißstorch auf dem Nest.
Gestern auf der Kiebitzwiese zwischen beiden Aussichtshügeln u.a.:
88 Kanadagänse, 50 Schnatterenten (27,23), 5 Krickenten (3,2), 112 Stockenten, eine Wasserralle, ein Weißstorch (seit mind. Di., 10.02., zurückkehrt, Beob.: B.Nikula), ein Silberreiher, ein Graureiher, ein Habicht (0,1), eine Bekassine, mind. 32 überfliegende Lachmöwen, ein Gänsesäger sowie ungezählte Wiesenpieper.







Posthornschnecken oder Schlammschnecken könnten hier gut in Frage kommen. Schnecken sind eine leicht verfügbare Proteinquelle, die nicht schnell flüchten können. 13.02.2026 (Foto: Andre Matull)

Mit einem erweiterten regionalen Fokus ergaben sich in der unmittelbaren Nachbarschaft heute durch die NWO-Wasservogelzählung folgende Beobachtungen:
Oeseteiche Menden: (0 Grad, Schneeregen)
2 Höckerschwäne, eine Graugans, 118 Schnatterenten, 4 Krickenten (2,2), 65 Stockenten+2 Bastard/fehlfarben, eine Tafelente (1,0), 49 Reiherenten (viele!) (29,20), 5 Kormorane, ein Silberreiher, ein Graureiher und 4 Blässrallen.
Am Iserlohner Seilersee war die Graureiher Kolonie heute bei -1 Grad und Schneeregen erst mit 8 Nestern belegt.
Darüber hinaus wurden ebenda für die Wasservogelzählung heute folgende Arten notiert:
2 Höckerschwäne, 22 Kanadagänse, 4 Nilgänse, 36 Stockenten+4 Bastard/fehlfarben, 3 Tafelenten (1,2), 18 Reiherenten (11,7), ein Gänsesäger (1,0), 15 Kormorane, 7 Teichrallen und 28 Blässrallen.
Zu guter Letzt noch ein Update zu den Seidensängern vom Seilersee in Iserlohn. Die letztmalige eigene Beobachtung eines Individuums gelang hier am 15.12.25. Seidensänger neigen grundsätzlich dazu ganzjährig in ihren auserwählten Gebieten zu bleiben. Es ist davon auszugehen, dass die Frost- und Schneeperiode am Rande des Süderberglands doch etwas zu intensiv wurde und die Art (vorerst?) abgezogen ist. Bedauerlicherweise hat sich aber auch das Gesicht des Habitats nun grundlegend verändert.
Trotz der wertvollen fachlichen Unterstützung durch die Abteilung Umwelt- und Klimaschutz der Stadt Iserlohn, die sich engagiert für den Erhalt dieser Strukturen eingesetzt hat, kam es im Zuge der regulären Gewässerunterhaltung zu weitreichenden Rückschnitten. Wo letztendlich genau das Problem lag, bleibt rein spekulativ. Dabei war der Erfolg dieses historischen Brutnachweises ursprünglich zweifelsfrei eng mit einer spezifischen Managemententscheidung verknüpft: Um die Verschmutzung der ufernahen Gehwege durch Gänseexkremente im Sommer zu reduzieren, wurden die Uferzonen seit 2022 auf Empfehlung der zuständigen Fachbehörden als eine von mehreren Maßnahmen zur Bestandsregulierung der Kanada- und Nilgans bewusst der Sukzession überlassen. Ziel war es, durch dichte Vegetationsriegel den direkten Zugang der Gänsefamilien vom Wasser zu den Kurzgrasflächen zu unterbinden. Diese ursprünglich rein pragmatische Maßnahme zur Konfliktvermeidung entwickelte sich zu einem wertvollen ökologischen Synergieeffekt, der erst die notwendige Deckung für die Ansiedlung des Seidensängers schuf. Dies belegt eindrucksvoll, welches Potenzial bereits in der kleinräumigen Förderung natürlicher Dynamik in semi-urbanen Räumen steckt und wie diese zu bemerkenswerten Ansiedlungserfolgen führen kann. Eine ökologisch orientierte Pflegepraxis bietet die Chance, Sukzessionsflächen verstärkt als funktionale Bestandteile des Ökosystems zu begreifen, statt sie lediglich als Defizit in der Gewässerunterhaltung einzustufen. Bedauerlicherweise zeigt die aktuelle Situation am Seilersee ein anderes Bild. Wer so viel Zeit und Leidenschaft investiert, um diese flüchtigen Momente der Natur zu dokumentieren, erkennt oft schmerzlich, wie fragil solche Erfolge sind, wenn fachliche Weitsicht an behördeninternen Schnittstellen oder festgefahrenen Pflegeroutinen scheitert.
Als Fazit bleibt festzuhalten: Eine Rückkehr des Seidensängers an seine alte Wirkungsstätte ist zwar nicht ausgeschlossen, doch haben die jüngsten Maßnahmen die Habitatqualität zweifellos massiv verschlechtert. Es drängt sich die Erkenntnis auf, dass dauerhafte Ansiedlungserfolge dieser Art wohl erst dann gesichert sind, wenn solche Strukturen auch außerhalb von Naturschutzgebieten eine echte Chance erhalten. Grundsätzlich darf man jedoch angesichts der letztjährigen Ergebnisse in den Niederlanden und Deutschland (vgl. König et al. 2025, S. 36–38: https://www.dda-web.de/downloads/publications/falke/72/koenig_et_al_2025_sommer25.pdf ) trotz der winterlichen Witterung in den letzten Monaten zuversichtlich bleiben: Weitere Ansiedlungen des Seidensängers im Kreis Unna und Umgebung sind auch in Zukunft fest zu erwarten.

regiert heute (nachher; Februar 2026) leider die Ordnung der Kahlschlag-Bürokratie. (Fotos: Andre Matull)





































