


Der Artikel „Saft als Nahrung? Zum Ringeln der Spechte“ (Weiss, Sudmann in: Der Falke , 2/2023, S. 40ff.) gibt Erklärungsansätze:
Manche Spechte schlagen kleine Löcher in den Baum, um seine Leitungsbahnen zu erreichen, was Saftfluss auslösen kann. Die Einschläge sind dabei horizontal angelegt. Häufig entsteht ein Ringmuster. Dieses als Ringeln beschriebene Verhalten zeigen in Mitteleuropa insb. der Buntspecht, der Dreizehenspecht und auch der Mittelspecht.
Das Ringeln muss nach Weiss und Sudmann als funktionales Verhalten verstanden werden, wobei die Bedeutung insofern variiert, als dass die Saftentnahme in geringen Mengen eine Art Nahrungsergänzungsmittel darstellt (beim Buntspecht), aber auch einen deutlichen Anteil an der Nahrung haben kann (beim Dreizehenspecht).
Die Autoren weisen daraufhin, dass hinsichtlich des Ringelns unserer einheimischen Spechte noch manche Fragestellungen offen sind, z.B. „zur quantitativen Aufnahme von Baumsaft, zur Baumartwahl im Jahresverlauf und zur regionalen sowie Lebensraum bezogenen Verbreitung dieses Verhaltens“ (ebenda S. 43; vgl. zum Ringeln der Buntspechte auch: von Blotzheim u.a, Handbuch der Vögel Mitteleuropas, Bd. 9, S. 1022f).




