Gesehen - Gehört

Fröndenberg / Unna: Rauchschwalben, Uferschwalben, Mehlschwalbe, Rotdrosseln, Wiesenschafstelze, Mönchsgrasmücken, Rohrweihen, Kornweihe, Wiedehopf, Kiebitze, Waldwasserläufer, Flussregenpfeifer, Schwarzkehlchen u. a., 30.03.2025 (B.Glüer)

Viele Heimkehrer unter den Zugvögeln sorgen derzeit bei uns für Spannung und gleichzeitig starten bereits viele Arten ins Brutgeschäft. An erster Stelle wären hier vielleicht die Kiebitze zu nennen, die am kommenden Wochenende wieder traditionell kreisweit gezählt werden. Im Südkreis präsentieren sich die Hemmerder Wiesen für diese Art als absoluter Hotspot mit ungewöhnlich hohen Beständen. Es ist jedoch nicht abzuschätzen, ob – wie in Vorjahren – der größte Teil der noch über 80 Vögel als vorübergehende Rastvögel uns noch in andere Brutgebiete Nord- und Osteuropas verlassen oder ob sie weiterhin im Kr. UN bleiben. Gleichzeitig balzen die als „Stammvögel“ einzuschätzenden „eigenen“ Bestände (ca. 2 Dutzend Individuen) relativ verhalten und haben bis dato noch kein Gelege zustande gebracht. Vergleichsweise ist die Bönener Kiebitzpopulation im Gewerbegebiet „Am Mersch“ (hier jüngst schon mehrfach von Hartmut Peitsch beschrieben) deutlich weiter: gestern (29.03.) konnte ich auf zwei benachbarten Feldern 17 Individuen zählen mit bereits 7 (!) bebrüteten Gelegen.

Unter den Heimziehern sind und waren in diesen Tagen vor allem erste Schwalben auffällig (heute neben Rauchschwalben im Wassergewinnungsgelände bei Frdbg.-Langschede auch bereits die ersten Uferschwalben und mindestens auch eine frühe Mehlschwalbe). Wie schon K.&A. Matull in Höhe des Himmelmann-Parks konnte auch ich im Fröndenberger Westen größere Ansammlungen von Rauchschwalben (>60 Exmpl.) feststellen, die offensichtlich dem Lauf des Ruhrtales folgten und minütlich neue Gesamtzahlen erbrachten. Ebenda unter anderem auch 6 Waldwasserläufer und 2 Flussregenpfeifer. Mitte der vergangenen Woche fielen auch Rotdrosseln durch hohe – oft dreistellige – Rastbestände auf. Auf dem Golfplatz „Am Winkelshof“ ließen sich am Mittwochabend auf einem Grün >280 Vögel bei der Nahrungssuche zählen, während rings herum aus vielen Baumwipfeln Hunderte weitere Rotdrosseln sangen, so dass insgesamt vermutlich mehr als 500 Individuen gleichzeitig vor Ort waren. In den Hemmerder Wiesen wären neben hier bereits gemeldeten diversen Limikolen für den Wochenbeginn noch erstaunlich hohe Bekassinenbestände erwähnenswert (24.03. >50 Exmpl.). Ebenda zu den gestrigen Beobachtungen von Marvin und Hannah Stahl sei unbedingt auch ein rastender Wiedehopf genannt, den leider auch ich nicht gesehen habe, weil ich ein paar Minuten zu spät vor Ort gewesen war, der jedoch unmittelbar zuvor von Gisbert Herber-Busch und Björn Nikula beobachtet worden war (im NSG Erstnachweis). Am selben Tag dort auch bereits 3 singende Mönchsgrasmücken. Am Dienstag (25.03.) ebenda eine weibliche Rohrweihe und auch ein Männchen zuvor nahe UN-Westhemmerde. Einen Tag darauf bei UN-Dreihausen eine weibchenfarbene Kornweihe.

Unter den „Heimkehrern“ dieser Tage (m)eine erste Rohrweihe (m) nahe UN-Westhemmerde, 25.03.2025 (Foto: Bernhard Glüer)
Eine von derzeit teils zu Hunderten rastenden Rotdrosseln – hier auf dem Fröndenberger Golfplatz „Am Winkelshof“, 27.03.2025 (Foto: Bernhard Glüer)
Auch nur kurz und sehr unauffällig zu Gast: Sommergoldhähnchen im eigenen Garten (Frdbg.-Hohenheide), 28.03.2025 (Foto: Bernhard Glüer)
Respektabler „Aufmarsch“ von insgesamt mehr als 60 Rauchschwalben im Wassergewinnungsgelände bei Frdbg.-Langschede…, 30.03.2025 (Foto: Bernhard Glüer)
… immer wieder fallen einzelne Uferschwalben auf (insgesamt >5 Exmpl.). Die nasskalte Witterung mit oft stürmischen Böen hielt die Schwalben zwar lange vor Ort, jedoch ließ vielstimmiger Gesang und häufiges Putzen und Gefiederpflege vermuten, dass alle Vögel bei guter Kondition waren…, 30.03.2025 (Foto: Bernhard Glüer)
… unter ca. 40 Bachstelzen auch (wie schon von Marvin Stahl für Wickede gemeldet) eine erste Wiesenschafstelze 30.03.2025 (Foto: Bernhard Glüer)
… als Farbtupfer am Einlauf in ein Filterbecken lauert ein männlicher Eisvogel auf Beute, 30.03.2025 (Foto: Bernhard Glüer)
Als „Frühstarter“ erweisen sich hier Fröndenberger Habichte, die bereits ein Gelege haben. Der über den Horstrand herausragende Schwanz verrät das brütende Weibchen, 30.03.2025 (Foto: Bernhard Glüer)
… demgegenüber wirken die Kiebitze der Hemmerder Wiesen mit weiterhin hohen Beständen eher unentschlossen…, 27.03.2025 (Foto: Bernhard Glüer)
.. durch häufige Standortwechsel zwischen benachbarten Flächen ist ihre Gesamtzahl manchmal schwer zu ermitteln. Insgesamt sind es jedoch weiterhin >80 Vögel (hier als „Winzling“ mittig unter den Kiebitzen ein mitfliegender Alpenstrandläufer)…, 29.03.2025 (Foto: Bernhard Glüer)
… am selben Tag sitzen in der Bönener Brutkolonie von 17 anwesenden Kiebitzen bereits 7 Vögel auf Nestern. In Gesprächen mit der die Flächen bewirtschaftenden Landwirtin konnte vereinbart werden, dass der erneut geplante Maisanbau aus Rücksicht auf die Kiebitze erst Ende April erfolgen soll, 29.03.2025 (Foto: Bernhard Glüer)
Auf einer Ackerbrache bei UN-Siddinghausen eines von zwei Schwarzkehlchen-Paaren…, 29.03.2025 (Foto: Bernhard Glüer)
… dort auch mindestens eine der insgesamt rar gesäten Feldlerchen mit einem Revier, 29.03.2025 (Foto: Bernhard Glüer)